Sonntag, 25. September 2016

"Survivor. Grahams Prüfung" von A.R. Shaw

"Einige meinen, China habe bei der Entwicklung des H5N1-Virus lediglich beabsichtigt, einen Impfstoff zu kultivieren, wenngleich in dem Wissen um die katastrophale Gefahr für die eigene Bevölkerung, sollte das Virus außer Kontrolle geraten. Andere sagen, China habe das Virus nur aus finsteren Motiven entwickeln können, da sie es in einer waffenfähigen Form erschaffen hatten. Am Ende war es gleichgültig, was ihre Absichten gewesen sein mochten."


"Survivor. Grahams Prüfung" von A.R. Shaw

Verlag: Luzifer (2016)
Format: Ebook
ISBN: 978-3-95835-169-1
Preis: 2,99 € [D]
Originaltitel: Titel (2006)

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Inhalt


Das Grippevirus H5N1 ist außer Kontrolle geraten und hat einen Großteil der Menschen getötet. Die wenigen Überlebenden tun ihr möglichstes, um in der neuen Welt zu überleben. So auch Graham, der gemeinsam mit dem ihm anvertrauten Bang zu seiner Ferienhütte im Wald aufbricht. Unterwegs trifft er auf weitere Überlebende, die schnell zu seiner Familie werden. Doch jemand versucht, diese Familie auseinander zu bringen. Werden die Prepper, die die Gruppe beobachten, helfen können? Und werden sie dies riskieren, obwohl jeder Kontakt mit den Überlebenden ihren Tod bedeuten kann?

Meine Meinung


Ich bin schon lange ein großer Fan des Luzifer-Verlages und sehe mir immer gespannt die Newletter durch, die ich regelmäßig bekomme. Wie so oft war es auch hier das außergewöhnlich schöne Cover, das meinen Blick auf sich zog und mich das Buch näher betrachten ließ. Letzlich war es dann der Aktionspreis von nur 2,99 €, der mich dazu bewog, das Ebook zu kaufen.

Survivor, bei dem es sich um Band 1 einer Reihe handelt, lässt sich grob in zwei Teile gliedern. Während der ersten zwei Drittel begleitet der Leser zunächst den Protagonisten Graham, dem der fünfjährige Bang anvertraut wird, nachdem der Großteil der Menschheit durch ein aggressives Grippevirus dahingerafft wurde. Er möchte mit ihm zu der Waldhütte fahren, die seiner Familie gehört, doch dazu muss er an einem schizophrenen und höchst gefährlichen Mann vorbei. Mitten in der Gefahrenzone treffen die beiden auf die Zwillinge Macy und Marcy und nachdem eine von ihnen gefangen genommen wird, ist ein Kampf unvermeidbar...

Als sie die Hütte erreichen ist die Gruppe gewachsen und die kleine Familie richtet sich häuslich ein. Wie in postapokalyptischen Szenarien üblich sind immer wieder kleiner Erkungundsgänge sowie "Einkaufstouren" nötig, das heißt, das Ausräumen verlassener Häuser. Obwohl in diesem ersten Teil nichts wirklich Innovatives geschieht, war er spannend zu lesen und ich konnte mich sehr gut in die Gegebenheiten einfühlen. Denn nur, weil es in diesem Szenario keine Zombies gibt heißt das nicht, dass die Erkundungsgänge gefahrlos sind...

Eigentlich jedoch war ich auf Teil zwei gespannt, in dem laut Klappentext die so genannten Prepper auftauchen sollten. Prepper sind Gruppen von Menschen, die sich auf verschiedene Arten von Weltuntergangsszenarien vorbereiten und die es tatsächlich überall auf der Welt gibt. Ich war jedoch ziemlich enttäuscht als sich herausstellte, dass die Gruppe dieses Buches überwiegend aus Exmilitärs und deren Familien besteht. Gerne hätte ich mal von gut vorbereiteten Menschen gelesen, die nicht ehemalige Soldaten sind, aber scheinbar gehört diese Personengruppe mittlerweile fest zum Genre. Das hat dem Ganzen für mich irgendwie den Reiz genommen.

Leider konnte mich der zweite Teil nicht wirklich überzeugen, obwohl durch eine fremde Gruppe, die eine der Frauen aus Grahams Familie in ihre Gewalt bringen wollen, erneut große Spannung aufgebaut wird. Ich fand es einfach zu weit her geholt, wie gut ausgerüstet die Prepper sind und dass sie die Gruppe um Graham beobachten, als wären sie die Darsteller einer Reality-Show. Die Überwachungskameras, die sie schließlich sogar im Haus installierten, setzten dem ganzen die Krone auf. Ich könnte mir vorstellen, dass Menschen in ihrer Situation besseres zu tun haben, obwohl Shaw verschiedene Gründe aufgeführt hat, die das Interesse der Prepper an Grahams Gruppe scheinbar rechtfertigen.

Die Eskalation und anschließende Deeskalation des Problems mit der aggressiven Gruppe, die an eine der Frauen kommen will, wurden für meinen Geschmack zu knapp abgefertigt und waren mir viel zu konstruiert. Überhaupt kam es mir so vor, als würde der Schreibstil gegen Ende immer "schludriger", so, als wolle die Autorin endlich fertig werden. Das gemeinsam mit den tendenziell klischeehaften Charakteren - ein junger Mann, der in der neuen Welt zum Kämpfer wird, ein gegensätzliches Zwillingspärchen, ein frühreifer und natürlich im Jagen geübter kleiner Junge, ein alter weiser Mann und eine Frau, die selbstverständlich Haushalt und Erziehung übernimmt - lässt das Buch in der Bewertung sinken. Mir kam es anfangs auch sehr seltsam vor, dass weiterhin Strom und Wasser fließen, was nicht wirklich erklärt wurde. Müsste nicht mit dem Ende der Zivilisation sofort alles stillstehen?

Ich fühlte mich mit dieser Lektüre insgesamt gut unterhalten, der zweite Teil des Buches konnte mich jedoch nicht überzeugen. Ich vergebe daher 3 von 5 Wolken.

Dienstag, 20. September 2016

Gemeinsam Lesen #30 - Survivor. Grahams Prüfung

Jeden Dienstag bei Schlunzen-Bücher

Komisch... früher war ich eine strikte Nur-ein-Buch-auf-einmal-Leserin, doch in letzter Zeit habe ich meine Vorsätze immer wieder über Bord geworfen und ein neues Buch angefangen, wenn mir danach war. Und ich muss sagen - dieses Vorgehen gefällt mir eigentlich ganz gut ^^ Heute also wieder zwei Bücher beim allwöchentlichen Gemeinsamen Lesen.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese immer noch Harry Potter und der Orden des Phönix von J.K. Rowling, wo ich mittlerweile auf Seite 295 von 1021 bin. Außerdem lese ich Survivor. Grahams Prüfung von A.R. Shaw und bin bei 77 %.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Harry Potter: "An diesem Abend war das Essen in der Großen Halle kein Vergnügen für Harry."

Survivor: "Im trüben Abendlicht liefen Graham, Ennis und die Jungs durch den Schnee hinunter an den See."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Zu Harry Potter habe ich mich ja bereits mehr als einmal geäußert, deshalb bleibt er heute mal außen vor. Stattdessen muss ich einmal mehr meine Begeisterung für Endzeitromane kundtun, die mich jetzt, da die Tage wieder düsterer und kälter werden, von Neuem gepackt hat. Vor kurzem habe ich bereits Virus. Die Neue Welt gelesen und bin beim Stöbern auf weitere günstige Ebooks des Genres gestoßen, die kurzerhand bei mir eingezogen sind. Darunter auch meine aktuelle Lektüre.
 
Ich muss zwar gestehen, dass ich Zombieromane meist spannender finde, gut geschriebenen Endzeitromanen ohne gefräßige Untote jedoch auch einiges abgewinnen kann. Sie sind eben ein wenig realistischer und können einem, gepaart mit Nachrichten über empfohlene Hamsterkäufe, schon den ein oder anderen Schauer über den Rücken jagen.
 
Wie so oft gab es auch hier ein aggressives Virus, das den Großteil der Menschen getötet hat und die wenigen Überlebenden dazu zwingt, sich zu verschanzen und von dem zu leben, was auf der Welt übrig ist. Was an diesem Buch neu ist, sind die sogenannten Prepper, die später im Buch auftauchen. Das sind organisierte Gruppen, die sich akribisch auf diverse Endzeitszenarien vorbereiten - und es gibt sie tatsächlich! Auf eine solche Gruppe stößt der Protagonist Graham mit seinen eigenen Leuten, doch ein Zusammenleben ist nicht möglich. Im Gegenteil: Graham und die Seinen sind gefährlich für die Prepper, die im Gegensatz zu ihnen nicht immun gegen das verheerende Virus sind, wodurch jeder Kontakt mit Überlebenden sie töten kann. Trotzdem sind die Prepper den Überlebenden wohlgesonnen.
 
Besonders spannend ist die Situation momentan, weil eine dritte Gruppe überlebender versucht, eine der Frauen aus Grahams Camp zu entführen, und ich bin gespannt, ob die Prepper, die viel besser für diese neue Welt gerüstet sind, helfen können und werden.
   
4. Auf welches Hobby würdest du ausweichen, wenn es morgen plötzlich keine Bücher mehr gäbe, und deine vorhandenen auch alle nicht mehr da wären?

Boah, das ist schon eine ziemlich krasse Vorstellung, denn Lesen nimmt wirklich einen Großteil meiner Freizeit ein. Ich habe aber glücklichweise noch andere Hobbies, auf die ich zurückgreifen könnte. Vielleicht würde ich mehr schreiben, um der Welt wieder Bücher zur Verfügung zu stellen. Sicherlich würde ich aber viel mehr Computer spielen und Geld, das momentan in Bücher fließt, in einen neuen Rechner und Games investieren. Apropos - ich gehe wieder eine Runde Zombies auf Killing Floor töten. Wenn mein Freund nicht da ist, darf ich seinen Rechner benutzen und das muss ich ausnutzen ;)  

"Virus. Die neue Welt" von Tessa Tormento

"Mein Name ist Esther. Es gab Zeiten, da habe ich meine Eltern dafür gehasst, dass sie mir einen derart altmodischen Namen geben mussten. Er hatte mir nie gefallen, hatte manchmal sogar für spöttische Kommentare gesorgt. Kinder suchten immer irgendwelche Gründe, um jemanden aufzuziehen - und ein Name, der nicht zwischen die ganzen Lenis, Anthonys, Sams und Tyreens passte, konnte da schon ein Aufhänger sein. Heute gucke ich manchmal in den Spiegel. Ich berühre fleckiges Glas, das mein Gesicht nur noch verzerrt widerspiegelt, und strichle über die Gesichtszüge, die mich ausmachen, die in gewisser Weise auch meine Eltern zeigen."


"Virus. Die neue Welt" von Tessa Tormento

Verlag: Katharina Tiemann (2016)
Format: Ebook
Preis: 0,99  € [D] 

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Inhalt


Esther ist erst 18, als ein Virus den Großteil der Menschheit dahinrafft und auch ihre Eltern und ihren Bruder nicht verschont. Seither sind drei Jahre vergangen, und es stellt sich heraus, dass die Überlebenden nicht etwa zusammenhalten um sich eine gemeinsame Zukunft aufzubauen, sondern dass sie rücksichtslos um die letzten verbliebenen Ressourcen kämpfen...

Meine Meinung


Über dieses kleine aber feine Büchlein bin ich zufällig beim Surfen auf Amazon gestoßen. Es war das tolle Cover, das mich sofort angesprochen hat und mich dazu bewog, mir das Buch näher anzuschauen. Für nur 0,99 € habe ich es dann gekauft und hatte es innerhalb eines verregneten Vormittags gelesen. Es ist ruhiger als ich erwartet hatte, dafür besonders tiefgründig.

Der Leser begleitet zunächst die 21-jährige Esther durch ihr neues Leben in einer postapokalyptischen Welt, in dem sie sich bereits seit drei Jahren alleine zurecht finden muss. Sie hat sich in einer kleinen Waldhütte eingerichtet, wo sie von dem lebt, was sie in verlassenen Häusern und Supermärkten sammeln konnte. Doch nun ist ein Gang in die Stadt nötig, wo sie auf andere Menschen trifft, die ihr nicht wohlgesonnen sind. Hier kommt ein weiterer Hauptcharakter ins Spiel: Nick. Das war zu erwarten, da alle vorangegangenen Kapitel mit "Esther" überschrieben waren. Durch Nick, der seine Sicht der Dinge ebenfalls in Ich-From beschreibt, bekommt der Leser nun eine erweiterte Sicht auf die Situation und erfährt auch, wie andere es geschafft haben, in der neuen Welt zu überleben.

Den Großteil des Buches nehmen jeodch die Beschreibungen von Esthers Raubzug durch die Stadt ein. Leider, wie ich sagen muss, denn dieser ist doch eher stümperhaft. Ein Verhalten, wie die Protagonistin es an den Tag legt, hätte ich von jemandem erwartet, der sich gerade erst an die neuen Umstände anzupassen versucht - nicht von jemandem, der schon drei Jahre überlebt hat. Das ist auch mein größter Kritikpunkt an dem Buch. Würde das alles kurz nach dem Ausbruch des Virus spielen, wäre ich hellauf begeistert von der Story. Doch so musste ich mich mehr als einmal fragen: Mädchen, was tust du eigentlich??

Es liegt doch auf der Hand, dass man sich nicht kurz vor der Abenddämmerung auf unbekanntes und potenziell gefährliches Terrain begibt. Auch sollte man nach drei Jahren gelernt haben, mit seinen Ängsten umzugehen und sich nicht von Dunkelheit und fremden Häusern lähmen lassen. Esther erwähnt zwar, dass die Serie The Walking Dead ihr sehr beim Überleben geholfen hat, doch tatsächlich scheint sie keine große Ahnung davon zu haben, wie man sich in einer postapokalyptischen Welt bewegt und verhält.

Aber seis drum - meistens gelang es mir, darüber hinwegzusehen und ich konnte mich doch ziemlich für das Buch erwärmen. Vor allem die Beschreibungen von Esthers Innenleben sind Tormento sehr gut gelungen und machen die mangelnde Action dieses ersten Bandes wett. Und auch wenn die Geschehnisse insgesamt vorhersehbar und doch recht klischeehaft sind - so abwegig ist das ganze gar nicht in einem solchen Szenario, und Tormento hat das doch schon etwas ausgelutschte Thema auf angenehme Weise neu aufbereitet.

Was mich jedoch etwas stutzig gemacht hat. ist die Bezeichnung "Dystopie", die sich auf dem Cover findet. Die Grenzen zwischen Dystopie und Endzeit sind ja oft verschwommen, doch für mein Verständnis des Genres Dystopie fehlt in diesem Roman eindeutig die gesellschaftliche Komponente, die ja eigentlich das Hauptcharakteristikum einer Dystopie ist. Meiner Meinung nach handelt es sich bei Virus. Die Neue Welt um einen Endzeitroman.

Das Buch endet mit einer spannenden Flucht und einem Cliffhanger, der einen direkt nach dem nächsten Band schauen lässt, der bereits erschienen ist. Auch diesen werde ich bei Gelegenheit lesen, denn die Vorgeschichte, als die man diesen ersten Band bezeichnen könnte, lässt auf eine spannende Fortsetzung hoffen.

Ich vergebe 3 von 5 Wolken für diesen Kurzroman - Abstriche gibt es für die meiner Meinung nach falsche Zeit, in der die Story spielt. Drei Jahre früher, und es hätte 4 Wolken gegeben. 

Dienstag, 13. September 2016

Gemeinsam Lesen #29 - Harry Potter und der Orden des Phönix

Jeden Dienstag bei Schlunzen-Bücher

Nahtlos geht es weiter bei meinem großen Harry Potter Reread-Marathon.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese Harry Potter und der Orden des Phönix von J.K. Rowling und bin auf Seite 120 von 1021.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

"Mrs Weasly ging mit grimmiger Miene hinter ihnen die Treppe hinauf."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Harry Potter ist eine Klasse für sich. Ganz klar. Ich weiß nicht mehr, wie ich mich vor über 10 Jahren fühlte, als ich zum ersten Mal diese fantastische Welt betrat, aber wenn ich jetzt schon so begeistert bin, dann muss es früher der absolute Wahnsinn gewesen sein. Gerne würde ich in eine Zeitmaschine steigen und mich selbst beim Lesen beobachten... Ich weiß aber noch, ich wurde Mitglied in einem Online-Club und war eine Hufflepuff. Was wir dort genau machten, weiß ich aber nicht mehr. Außerdem hatte ich verschiedene Bücher rund um die Welt von Harry Potter und ich habe mir Einbände für meine anderen Bücher gebastelt, so dass sie aussahen wie solche von der Bücherliste der Hogwarts-Schüler... Haaaach, einmal wieder Kind sein... :D

Außerdem kann ich mich noch gut daran erinnern, wie Diskussionen darüber begonnen, ob die Bücher ab Band 4 bzw. 5 nicht zu gruselig für Kinder seien. Und ich kann die Bedenken ehrlich gesagt verstehen - Band 1 bis 3 verbreiteten eine ganz andere Stimmung als die Folgebände, die zunehmend düsterer und bedrückender werden. 

Band 4 hat mir übrigens bisher am wenigsten gefallen. Das war mir alles etwas zu gestellt und an den Haaren herbei gezogen, aber ich habe das Buch dennoch gerne gelesen.

Und falls ihr euch schon gefragt habt, warum es hier in letzter Zeit so ruhig ist: Rezensionen wird es zu den Büchern vermutlich nicht geben, ich plane aber einen Überblickspost, wenn ich mit der Reihe durch bin ;) Ich brauche gerade eine kleine Bloggerpause und da bietet sich der Reihen-Reread ganz gut an.    
 
4. Hast du schon Blogs gelesen bevor du selbst Blogger wurdest?

Nein, ich glaube nicht. Ich habe mich schon lange bevor ich Blogger wurde, im Internet herumgetrieben, hatte eine eigene kleine Homepage, auf der ich mich in kindlichem Übermut ausgetobt habe (gelesen hat das natürlich keiner), und daraus hat sich dann nach und nach das Bloggen entwickelt. Dann habe ich mich bei Blogger angemeldet (2007?) und ich glaube, dass ich erst darüber auf andere Blogs kam und begann, diese regelmäßig zu lesen. Aber ich weiß noch, dass es damals nicht halb so viele Blogs gab, wie heute. Unglaublich, wie schnell sich das zu einer solch großen Szene entwickelt hat! 

Donnerstag, 1. September 2016

Top Ten Thursday - 10 liebste Wälzer




Heute bin ich endlich auch mal wieder beim Top Ten Thursday mit dabei. Ich habe endlich wieder Zeit und das heutige Thema ist auch sehr interessant:


Ich habe zwar keine 10 Bücher zusammen bekommen, aber es waren doch mehr als gedacht, denn ich greife eher selten zu den richtig dicken Dingern. Diese acht Wälzer möchte ich euch heute vorstellen:





Mit einem Klick gelangt ihr zu den Rezensionen. Jetzt werde ich mich bei euch umschauen und wer weiß - vielleicht zieht dann doch wieder der ein oder andere Wälzer bei mir ein :)

"Die Wächter von Avalon. Die Prophezeiung" von Amanda Koch

"Esmeralda saß auf der Terrasse und schloss die Augen. Es war noch früh am Morgen und die Sonnenstrahlen fielen matt schimmernd durch die grünen Blätter hindurch auf die Erde. Der nahegelegene Wald duftete bereits nach dem beginnenden Sommer in England und Esmeralda spürte die Wärme der Junisonne auf ihrem Gesicht. Vom See wehte leise ein Windhauch herüber und verfing sich in ihrem langen kastanienbrauenen Haar, das ihr lässig über die Schulter fiel und ihr Gesicht umspielte."

"Die Wächter von Avalon. Die Prophezeiung" von Amanda Koch

Verlag: Familia (2013)
Format: HC, 409 Seiten
ISBN: 978-3-943987-14-0
Preis: 16,95 € [D] 

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Inhalt


Esmeralda hat schon früh gespürt, dass sie anders ist. Ihre Familie ist ihr fremd und sie fühlt sich, als gehöre sie nicht in diese Welt. Dieses Gefühl verstärkt sich, als sie mit ihren Eltern und ihrem Bruder Urlaub im Ferienhaus der Familie macht. Auf dem Dachboden stößt sie auf alte Fotos, die ihr Rätsel aufgeben und als schließlich der mysteriöse Raven und seine Geschwister auftauchen steht endgültig fest, dass sich etwas in Esmeraldas Leben ändern wird. Denn das magische Land Amaduria wird von einst verbannten Dämonen bedroht und damit schwebt auch die Insel Avalon mit all ihren Bewohnern in größter Gefahr. Werden Esmeralda und Raven den Kampf gewinnen können?


Meine Meinung


Schon als Teenager war ich von der mystischen Insel Avalon fasziniert. Den Film Die Nebel von Avalon kannte ich auswendig und kürzlich habe ich dann auch das gleichnamige Buch gelesen. Als mir der Familia-Verlag dann dieses Buch zur Rezension anbot, war ich sofort interessiert, was die Autorin für eine Geschichte rund um die Insel gewebt hat.

Das Buch beginnt wie viele Jugend-Fantasy-Romane: Ein junges Mädchen auf der Schwelle zum Erwachsensein beginnt, an ihrem Weg zu zweifeln. Sie fühlt sich, als gehöre sie nicht zu dieser Welt - eine Ahnung, die sich dann auch bald bestätigt, als sie dem jungen Raven begegnet, den man für tot gehalten hatte. Raven und seine Geschwister sind dazu auserkoren, zu Wächtern geweiht zu werden und fortan gegen die Dämonen zu kämpfen, die das mystische Land Amaduria bedrohen. Und zwischen Esmeralda und Raven besteht ein ganz besonderes Band, das beide vom ersten Augenblick ihrer Begegnung spüren.

Die Story rund um Raven und seine Geschwister ist schlüssig und Koch wob viele vergangene Generation mit hinein. Am Ende des Buches gibt es sogar einen mit Jahren verstehenen Stammbaum, der bis zu Merlin zurückreicht und zeigt, wie genau Koch es mit der Planung dieser Geschichte genommen hat. Ich fand es spannend zu sehen, wie sich alles entwickelt hat - dass es nie mehr als zwei Wächter gegeben hat und dass jetzt, da erneut dämonische Gefahr droht, die bedrohlicher ist als je zuvo vier Anwärter gibt. (Obwohl ich nicht ganz verstanden habe, wie diese erneute Bedrohung durch die Dämonen möglich ist, aber das sei mal dahingestellt) Auch das Detail, das Wächter bei ihrer Weihe mit einem ihrer Vorfahren in Kontakt treten, hat mir sehr gut gefallen.

Die Charaktere selbst empfand ich hingegen als nicht besonders gut ausgearbeitet. Im Grunde erlangt man nur von Esmeralda ein umfassendes Bild, denn sie ist quasi der Kern des Romans. Auch Raven ist sehr präsent, jedoch blieb er in meinen Augen eher blass. Die anderen sind die meiste Zeit einfach nur da und werden nur ab und zu mit ein paar beschreibenden Worten ausgemalt. Insgesamt bleiben alle jedoch dem ein oder anderen Klischee verhaftet: Esmeralda, in der menschlichen Welt innerlich zerrissen, in der magischen Welt plötzlich jemand, auf dem die Hoffnung aller ruht; Raven, ebenfall vom Schicksal mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet und damit quasi der Kopf der Geschwister, dessen Kräfte jedoch durch seine Liebe zu Esmeralda geschwächt werden... Dann ein alter und weiser Großvater, der alles zusammenhält, ein paar Dämonen und ein Mädchen, das sich von diesen hat umgarnen lassen und dadurch zur Gefahr für alle wird...

Ich finde, dass Jugendbücher sich einiges erlauben dürfen, was ich an anderen Roman kritisieren würde, daher konnte ich über manches - wie zum Beispiel die eher blassen Nebencharaktere - noch einigermaßen hinwegsehen. Woran ich mich jedoch gar nicht gewöhnen konnte war der Schreibstil. Koch bevorzugt kurze und prägnante Sätze, was auf mich jedoch abgehackt und steif wirkte. Vor allem in rasanten Szenen bremste das meinen Lesefluss so sehr, dass ich mich stellenweise kaum noch auf das Geschehen konzentrieren konnte. Desweiteren versanden begonne Gespräche häufig, weil Koch die Charaktere oft nicht auf zuvor Gesagtes eingehen lässt. Dadurch entstehen unangenehme Lücken und das Gefühl, dass beim Schreiben gehetzt wurde. Außerdem gab es den ein oder anderen Schnitzer bezüglich des Wortschatzes, zum Beispiel wenn von "das Schild" anstelle von "der Schild" die Rede ist.

Aufgrund dieser Kritikpunkte nahm mein Interesse für das Buch leider von Kapitel zu Kapitel immer mehr ab. Am Anfang war ich noch gefesselt von der Geschichte, wollte erfahren, warum Esmeralda sich so zerrissen fühlt und was mit Raven und seiner Familie geschehen war. Nachdem jedoch all diese Rätsel gelöst waren und es um die Bekämpfung des Feindes ging, war bei mir die Luft raus. Von da an wurde es für meinen Geschmack zu vorhersehbar, zu klischeehaft und schlicht und einfach langweilig. Schade!

Für mein Gefühl hatte auch Avalon einen zu geringen Stellenwert, was meine Erwartungen stark enttäuschte. Tatsächlich steht das Land Amaduria im Mittelpunkt, und zu diesem gehört Avalon. Zwar werden dort auch bei Koch Priesterinnen ausgebildet und Weihungen vorgenommen und Avalon ist auch der Ausgangspunkt für den zu lösenden Konflikt, dennoch war die Insel nicht allgegenwärtig, was ich sehr schade fand. Vielleicht rückt sie in den Folgebänden stärker in den Fokus, doch ich momentan reizt es mich nicht, den zweiten Teil zu lesen, um es herauszufinden.

Gefühlt würde ich gerne 2,5 Wolken vergeben, doch diese Bewertung gibt es auf meinem Blog nicht. Weil mir das Buch anfangs sehr gefallen hat und ich auch die Arbeit, die allein der Stammbaum gemacht hat, würdigen möchte, runde ich auf und vergebe 3 von 5 Wolken. Vielen Dank an den Familia-Verlag für den netten Kontakt und die Zusendung des Rezensionsexemplars und der buchigen Kleinigkeiten.