Donnerstag, 7. Juni 2012

"Der Honiggarten" von Fiona Shaw

"Die Stadt war klein, kaum mhr als eine Einbuchtung in der Landschaft, die Charlie mit der Faust hätte umschließen können. Er fuhr, langsam und auf der richtigen Straßenseite, den Hügel hinunter und, hinab vom Himmel, mitten hinein in den grüngrauen Tümpel aus Bäumen und Gebäuden, der einmal sein Zuhause gewesen war."


"Der Honiggarten" von Fiona Shaw

Verlag: Knaur (2011)
Format: TB, 412 Seiten
ISBN: 978-3-426-50681-3
Preis: 8,99 € [D]
Originaltitel: "Tell it to the Bees" (2009)

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Klappentext


Ein kleiner Ort in England in den 50er Jahren. Stundenlang streift der kleine Charlie durch das Städtchen und beobachtet aufmerksam seine Umgebung - und er liebt seine Mutter Lydia abgöttisch. Durch ihren Sohn lernt Lydia die Ärztin Jean kennen, die ihr eine völlig neue Welt eröffnet. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich eine intensive Freundschaft, und fasziniert entdcjt Charlie, dass seine Mutter, die von seinem unberechenbaren Vater verlassen wurde, lebensfroh und fröhlich sein kann. In seiner offenen und unschuldigen Art teilt er sein Glück auch anderen mit - und ahnt nicht, dass er damit eine Lawine ins Rollen bringt ...


Meine Meinung


Anfangs war ich mir sicher, dem Buch am Ende die volle Punktzahl geben zu können. Es passte einfach alles: die Zeit sprach mich an und der Klappentext versprach eine spannende Geschichte über Frauen in der Gesellschaft. Der Roman ist auch gut gelungen aber ich finde, dass es zu lange dauert, bis alles in Fahrt kommt. Die Schilderungen sind schön und angenehm zu lesen, weshalb ich mich auch nicht gelangweilt habe, aber der rote Faden verwischt einfach ein wenig, was ich Schade finde. Erst in der Mitte ist erkennbar, in welche Richtung die Geschichte verlaufen wird. Die Lösung des Konflikts am Ende erschien mir auch ein wenig... plump, irgendwie an den Haaren herbei gezogen, auch wenn von Anfang an auf darauf hingearbeitet wurde. 

Besonders gut hat mir die Schilderung des Lebens einer Frau in der Gesellschaft der 50er Jahre gefallen. Sie ist sehr authentisch und man ist umso erleichterter, in der heutigen Zeit geboren worden zu sein. Andererseits sind auch die romantischen Seiten dieser Zeit beschrieben, so dass in dem Buch ein schönes Gleichgewicht herrscht. Auch die Gefühlswelt des kleinen Charlie, der langsam zum Mann wird, kommt nicht zu kurz und verleiht dem Roman entscheidendes Flair. Über das Leben einer Hausärztin im England dieser Zeit sowie über Bienenzüchtung hat sich die Autorin gut informiert, wie sie in ihrer Danksagung erwähnt. Sie versteht es, mit Worten Bilder zu schaffen und den Leser zu entführen. Für diesen Roman vergebe ich 4 von 5 Wolken und empfehle in wärmstens weiter. Perfekt für lange Sommerabende!

Ich möchte noch anmerken, dass ich den Originaltitel "Tell it to the Bees" passender finde, als die Übersetzung. Die Bienen in Jeans Garten sind der Kern der Geschichte und Jean verrät Charlie, dass man den Bienen jedes Geheimnis zu flüstern könne. Sie würden zuhören und es in sich bewahren. Deshalb fände man auf dem Honig eine schaumige Schicht. Dieser Schaum enthält die den Bienen anvertrauten Geheimnisse und verpufft schlielich an der Oberfläche. Eine schöne Vorstellung, auch wenn ich keinen Honig esse ;)

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