Samstag, 2. Juni 2012

"Dieses goldene Land" von Barbara Wood

"Ein jäher Schmerz riss Lady Margaret aus ihrem Schlummer. In der Dunkelheit, die sie einhüllte, überlegte sie, wie spät es sein mochte. Sie hörte den Regen gegen die Fensterscheiben prasseln und erinnerte sich, dass sie sich vor dem Abendessen hatte hinlegen wollen. Sie musste eingeschlafen sein ... Erneut ein stechender Schmerz. Nein! Es ist noch zu früh!"


"Dieses goldene Land" von Barbara Wood

Verlag: Fischer (2011)
Format: TB, 557 Seiten + Australienkarte
ISBN: 978-3-596-18125-4
Preis: 9,99 €
Originaltitel: "This Golden Land" (2010)

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Klappentext


Die junge Hannah bricht in die endlosen Weiten Australiens auf, um ihr Glück zu suchen. Ihre Liebe zu dem Naturforscher Neal führt sie in die mystische Welt der Aborigines, mit dem Outlaw Jamie gerät sie auf eine abenteuerliche Schatzsuche. Dort, im Herzen der Wildnus, muss sie ihren Traumpfad finden.


Meine Meinung


Dieses Buch habe ich mir vor kurzem gekauft, weil ich gerne historische Romane lese und mich auch für Erzählungen aus fremden Ländern interessiere. Das Buch wurde ja allgemein hoch gelobt und es ist auch unterhaltsam und flüssig zu lesen. Für mich hatte es jedoch oft den von mir verhassten "Ja klaaaar"-Effekt, welches ein Buch für mich, je öfter er vorkommt, immer mehr herabstuft.

Bücher à la "sie ist so toll" und "er ist so toll" und "wenn sie da ist, ist alles noch viel toller" gehen mir meistens gehörig auf den Keks. Kennt ihr das? Sie war so anmutig und schön und alles was sie tat zog die Blicke aller Männer um sie herum auf sich und alle verspürten plötzlich amoreuse Gefühle? Naja. Doch das ging zum Glück erst ab der Mitte richtig los, sonst hätte ich das Buch vielleicht nie ganz gelesen. Wie dem auch sei.

Die Texte über die Fotographie sind sehr detailliert und wirken - für mich als Laie auf dem Gebiet der frühen analogen Photographie - gut recherchiert. Auch geographisch wirkt alles schlüssig. Über Verhalten und Rituale der Aborigines kann ich nichts sagen, aber ich denke auch, dass sie im großen und ganzen gewissenhaft recherchiert sind. Ich wage jedoch zu bezweifeln dass ein Amerikaner vier Tage ohne Essen und Trinken in der Wüste überlebt. Aber wer weiß.

Man hätte die Story meiner Meinung nach weitaus spannender gestalten können. Jegliche Ansätze zu einem Spannungsbogen werden oft schon im Keim erstickt und Konflikte rasch gelöst. Gegen Ende gibt es dann kurz einen kleinen und verhältnismäßig spannenden Tumult, insgesamt häufen sich aber die "Ja klaaar"-Effekte. Von der mysteriösen Ursache für den Tod von Hannahs Mutter war ich etwas enttäuscht und hatte mehr erwartet.

Insgesamt ist "Dieses goldene Land" ein unterhaltsames aber anspruchsloses Buch, das vor sich hin plätschert und teilweise im Schmalz versinkt. Ich vergebe daher 2 von 5 Wolken.

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