Sonntag, 4. November 2012

"Stunde Null" von Michael Green

"Mark spähte durch das Fenster des Linienflugzeugs nach draußen. Anstatt zum Terminal zu rollen, war die Maschine unerwartet auf dem Vorfeld am Rand des Changi Airport von Singapur stehen geblieben. Als Tanklaster mit dem Kerosin neben dem Flugzeug hielten, keimte in Mark Chatfield der Verdacht, dass irgendetwas nicht stimmte."


"Stunde Null" von Michael Green

Verlag: Bastei Lübbe (Juli 2011)
Format: TB, 443 Seiten + Stammbaum
ISBN: 978-3-404-16065-5
Preis: 8,99 € [D] 
Originaltitel: "Bloodline" (2008)
Teil 1 von bisher zwei Büchern

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Inhalt


Ein Super-SARS-Virus tötet innerhalb weniger Zeit die ganze Menschheit. Nur Mark Chatfield und seine Blutverwandten scheinen immun zu sein. Sie versuchen, sich in der neuen Welt zurecht zu finden und passen sich so gut es geht den Lebensumständen in Neuseeland an. Dann brechen Mark und sein Sohn mit dem Schiff nach England auf, wo Mark seinen Bruder zu finden hofft. Doch auf das, was sie tatsächlich vorfinden, sind sie nicht vorbereitet.

Meine Meinung


Die Konzentration auf die Chatfield-Familie, die Green für sein Buch gewählt hat, war nicht das, was ich von dem Buch erwartet hatte, hat aber dennoch seinen Reiz. Das Buch liest sich flüssig und der konstante Spannungsbogen machte es fast unmöglich, das Buch wegzulegen.

Ich war ein wenig enttäuscht, dass Green den Anfang nicht besser ausgeschmückt hat. Bis zum Aufbruch nach England wird alles recht schnell abgehandelt, oft werden ganzen Prozessen nur wenige Sätze gewidmet. Später stellt sich raus, dass Green seinen Schwerpunkt auf die Geschehnisse in England gelegt hat und das Davor eher eine Art Einstimmung ist. Trotzdem hätte es mir besser gefallen, wenn der Anfang etwas umfangreicher gestaltet gewesen wäre.

Auf England liegt wie gesagt der Schwerpunkt und hier erzählt Green auch genauer und sehr detailliert. Man kann sich gut in die Szenen hineinversetzen. Es gab aber einige Dinge, die mir nicht ganz schlüssig vorkamen. Zum Beispiel bin ich nicht sicher, ob man mit der Muskelkraft einer Person einen Computer und andere elektrische Geräte betreiben kann. Außerdem frage ich mich, ob die geheimnisvolle Entstehungsgeschichte der Familie nicht viel mehr Auswirkungen zeigen müsste, als beschrieben werden - es ist schon irgendwie abartig.

Mit einem Stammbaum von etwa 50 Personen kommen logischerweise einige Namen zusammen. Zum Glück habe ich die Angewohnheit, vor Lesebeginn nachzuschauen, wie viele Seiten vor mir liegen und so habe ich den Stammbaum rechtzeitig entdeckt. Für mich und meine Schwierigkeit, mir Namen zu merken, eine große und wichtige Hilfe - sonst hätte ich vielleicht nicht mehr durchgeblickt. Doch obwohl - oder gerade weil - so viele Personen vorkommen, gibt es keine, in die man wirklich tiefere Einsicht bekommt. Die beschriebenen Emotionen sind eher flach. Manchmal fragt man sich auch, warum denn keiner etwas gegen die herrschenden Zustände unternimmt, doch vielleicht ergibt sich die Apathie durch die unbegreifliche Situation?

"Stunde Null" ist der Beginn einer Reihe, die bisher zwei Teile umfasst. Teil 2 heißt "Der jüngste Tag" und ist im September dieses Jahres erschienen. Band 1 habe ich trotz den beschriebenen von mir empfundenen Defiziten gerne gelesen und ich bin ziemlich sicher, dass Teil 2 bald folgen wird. Ich vergebe 3 von 5 Wolken.

1 Kommentar:

  1. Ich fand das auch sehr verwirrend, dass das Innenleben der Personen so emotionslos dargestellt wird. Das hat mich gerade zu Beginn des Buches sehr irritiert. Dennoch fand ich die Story wie du sehr spannend. Den zweiten Teil habe ich bisher aber noch nicht gelesen, was ich aber noch vorhabe.

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Danke für deinen Kommentar! Schau doch bald wieder rein, dann habe ich geantwortet :)