Sonntag, 11. November 2012

"Tagebuch der Apokalypse" von J. L. Bourne

"1. Januar 3.58 Uhr
Ich wünsche mir ein Frohes Neues Jahr. Nach einer heiter durchsoffenen Nacht war ich wieder nüchtern und machte mich auf den Heimweg. Mittlerweile hängt mir der Heimaturlaub zum Hals raus. Ich bin zwar dankbar für die Ausbildungspause, aber Arkansas altert schnell. Meine Freunde trinken alle noch das gleiche Bier und treiben den gleichen Stuss. Ich kann es kaum erwarten, wieder daheim in San Antonio zu sein. Vorsatz fürs Neue Jahr: Tagebuch schreiben."




"Tagebuch der Apokalypse" von J. L. Bourne

Verlag: Heyne (2010)
Format: TB, 328 Seiten + Nachbemerkung und Nachwort
ISBN: 978-3-453-52793-5
Preis: 8,99 € [D] 
Originaltitel: "Day by Day Armageddon" (2009)
Teil 1 einer 3-teiligen Reihe

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Inhalt


Ein aggressiver Virus verwandelt innerhalb kürzester Zeit den Großteil der Weltbevölkerung in wandelnde Leichen. Ein Marineflieger führt Tagebuch und beschreibt, wie er ums Überleben kämpft.


Meine Meinung


Immer wenn die Tage kürzer werden steht mir der Sinn nach Endzeit-Zombie-Horror-Büchern. Dieses Buch klang vielversprechend, war aber eher enttäuschend. Die Idee des Tagebuchs ist gut, andererseits auch sehr einschränkend. So will zum Beispiel keine richtige Spannung entstehen, da man ja weiß, dass der Schreiber überlebt haben muss. Seine nüchterne Schreibart ist zwar amüsant, nimmt dem ganzen aber auch einiges an Schrecken und Dramatik.

Abgesehen von der Aufmachung als Tagebuch, die "Handschriftliches", Unterstrichenes und Bilder beinhaltet, ist die Story sehr ausgelutscht. Ein Virus macht die halbe Menschheit zu Zombies mit eingeschränkter Hirnfunktion, sie werden von Lärm angezogen, die Überlebenden müssen sich verschanzen, Wasser und Nahrung werden knapp, regelmäßige gefährliche Ausflüge um "einzukaufen". Ja, das kennen wir.

Aufgefallen ist mir noch die besonders präzise Beschreibung der verschiedenen Waffen und die Abläufe beim Flugzeugfliegen. Das sind interessante Informationen, die daher rühren, dass der Autor selbst Offizier der U.S.-Marine ist. Der Protagonist wirkt dadurch kompetent und überzeugend. Andererseits ist es mir eigentlich egal, ob mit einer M-16 oder einer CAR-15 geschossen und mit einer Cessna 172 oder 152 geflogen wird. Ich weiß nicht, was ich mir darunter vorstellen soll.

Das Buch ist, nachdem man mal in den Tagebuch-Stil reingefunden hat, flüssig zu lesen, hat mich aber nicht vom Hocker gerissen. Ich würde es fast als langweilig bezeichnen. Die Herbst-Reihe von Moody habe ich viel besser in Erinnerung und werde sie wohl auch bald mal wieder in Angriff nehmen. "Tagebuch der Apokalypse" würde ich als lauen Zombie-Horror für Jugendliche einstufen. Im März 2013 kommt Teil 3 raus, aber ich glaube nicht, dass ich überhaupt Teil 2 lesen werde. Mal sehen.

Ich vergebe 2 von 5 Wolken.

Kommentare:

  1. Liebsten Dank. =) Kommentare bei Outfitposts freuen mich immer am meisten. =)
    :-*

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  2. wow, du hast aber auch nen tollen Blog, bin auch gleich mal Leser geworden ;)
    LG Netty

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Danke für deinen Kommentar! Schau doch bald wieder rein, dann habe ich geantwortet :)