Mittwoch, 10. April 2013

"Angélique und ihre Liebe" von Anne Golon

"Das Schiff verfolgte leise rollend seinen Kurs. Außer dem gedämpften Rauschen des Meeres und dem Knarren der Masten unter dem Druck der geschwellten Segel war kaum ein Laut zu vernehmen. Durch das große Heckfenster drang der letzte Schein der hinter dem Horizont verschwundenen Sonne. Dort hinten, nun unsichtbar, aufgelöst im rosigen Abenddunst, verschlungen von den dunkelnden Wellen, lag das Land, aus dem Angélique geflohen war."

"Angélique und ihre Liebe" von Anne Golon

Verlag: Rowohlt (1976)
Format: TB, 381 Seiten
ISBN: 3 499 14014 7
Originaltitel: "Angélique et son amour" (1963)

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Inhalt:

Angélique und die mit ihr geflohenen Bewohner La Rochelles fahren über das Meer, ihrer neuen Heimat Amerika entgegen. Doch Zweifel breiten sich an Bord aus: Bringt der gefürchtete Pirat, dem sie ihr Leben verdanken, sie tatsächlich in Sicherheit? Oder führt er etwas anderes im Schilde? Angélique hingegen macht bald noch eine weitaus verstörendere Entdeckung.

Meine Meinung:

Trotz der Semesterferien und demnach viel Freizeit bin ich kaum zum Lesen gekommen - es gab so viel anderes zu tun! Deshalb brauchte ich auch für diesen Band wieder recht lange, er war leider wieder nicht so fesselnd wie Band 1 und 2. Außerdem fällt es mir bei diesem Band schwer, eine Rezension zu verfassen, denn es ist das Buch der großen Enthüllungen und ich möchte natürlich nicht zu viel vorweg nehmen. Deshalb nur eines: Alles, was ein aufmerksamer Leser bereits vermutet hatte, tritt ein. Es hätte mich auch schwer gewundert, wenn nicht ;-)

Bisher fand ich die Geschichte Angéliques alles in allem recht realistisch, aber hier gab es für mich einige unangenehme "Ja klar"-Effekte. Viele Handlungen konnte ich nicht ganz nachvollziehen und vor allem die letzten Seiten sind ein wenig von Kitsch durchzogen. Ich habe mich auch öfters an den Äußerungen darüber gestoßen, wie sich eine Frau ihrem Ehemann gegenüber zu verhalten habe, und dass nicht nur die Männer ein ergebenes Verhalten erwarten, sondern die Frauen selbiges als ihre Aufgabe ansehen. Aber so war es früher wohl und ich bin froh, dass sich die Zeiten geändert haben.

Auch habe ich mich über Verwirrungen geärgert, die das Buch in die Länge zogen und unnötige Reibereien hervorbrachten. Mit ein wenig mehr Offenheit wäre wohl jedem der Charaktere gedient gewesen. Aber natürlich - wenn alles Friede-Freude-Eierkuchen wäre, bräuchte man ja nicht darüber zu schreiben.

Die Angélique-Reihe könnte gut mit diesem Band enden und den weiteren Fortgang der Fantasie des Lesers überlassen. Aber ich bin froh, dass es weiter geht, denn die neue Welt, zu der Angélique aufgebrochen ist, hält sicherlich einige spannende Abenteuer bereit. Nach einem Rezensionsexemplar geht es daher munter weiter :)

Für diesen Band möchte ich wieder 3 von 5 Wolken vergeben.

Die Übersicht des Angélique-Projekts gibt's hier, die Rezension zum ersten bzw. den ersten beiden Bänden findet ihr hier, die zum dritten Band hier und zum vierten und fünften Band hier und hier

Kommentare:

  1. Ich freu mich echt schon immer auf Deine Rezi zum letzten Band und bin ganz gespannt, wie er Dir gefallen hat. Du hast Recht, dieser ist wirklich ein Band der Enthüllungen, aber ich finde Geschichten, die die ganze Zeit auf einem Schiff spielen, meist seeeeehr zäh. Die Personen haben einfach so einen beschränkten Aktionsradius :)
    VG
    Anette

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  2. Dieses Buch war bei weitem das beste der ganzen Angélique-Reihe!! Der Auftakt einer unglaublichen Liebe, die selbst den dämonischten Mächten wiedersteht und den Tod überwindet!!!

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Danke für deinen Kommentar! Schau doch bald wieder rein, dann habe ich geantwortet :)