Mittwoch, 29. Mai 2013

"Robocalypse" von Daniel H. Wilson

"Zwanzig Minuten nach Kriegsende sprudeln vor mit Stumper aus einem gefrorenen Loch im Boden wie der Hölle entsprungene Monsterameisen, und ich bete, dass ich meine Beine noch ein bisschen behalten darf. Jeder einzelne Roboter ist kaum größer als eine echte Ameise. Doch zusammen bilden sie ein alptraumhaftes Gewirr aus umherkrabbelnden Beinen und Fühlern. Eine absolut tödliche Masse."





"Robocalypse" von Daniel H. Wilson

Verlag: Droemer (2011)
Format: TB, 462 Seiten
ISBN: 978-3-426-22600-1
Preis: 16,99 € [D] 
Originaltitel: "Robocalypse" (2011)

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Inhalt


Plötzlich ist nichts mehr, wie es vorher war: Hausroboter erheben sich plötzlich gegen die Menschen und moderne Autos rasen mordend durch die Straßen. Sie werden gesteuert von einer künstlichen Intelligenz, die sich im ewigen Eis Alaskas verschanzt hat. Doch trotz der Unterlegenheit organisiert sich die Menschheit zum Gegenschlag.


Meine Meinung


Die Idee der sich erhebenden Roboter ist nicht neu. Die Art, wie das Buch "Robocalypse" geschrieben wurde, jedoch schon. Zumindest für mich.

Es beginnt damit, dass vom Ende des sogenannten Neuen Krieges erzählt wird. Dann schildert ein Mann names Cormac Wallace, der maßgeblich am Krieg beteiligt war, verschiedene Stationen der vorangegangenen 3 Jahre in einzelnen Kapiteln. Jedes der Kapitel wird mit einer kurzen Erläuterung seinerseits eingeleitet, danach folgen Beschreibungen von Kameraaufnahmen oder Tonaufnahmen, von Bildern und Erzählungen. Dadurch ergibt sich, dass manche in Form eines Ich-Erzählers, manche in Form eines beschreibenden Erzählers gestaltet sind. Die Hauptpersonen der Kapitel kehren immer wieder und bilden so ein Netz aus verschiedenen Begebenheiten an verschiedenen Orten, das sich um den Kern der Geschichte legt.

Obwohl ich normalerweise Schwierigkeiten damit habe, mir viele Personen und deren Geschichte zu merken, fiel es mir hier seltsamerweise ganz leicht. Spricht für den Autor, würde ich sagen. Stattdessen habe ich mich an dem fast durchgehenden Präsens gestört, das ich in Büchern nicht so sehr mag. Aber das geht anderen Lesern bestimmt anders.

Wilson schreibt spannend und beschreibt treffend Personen und Orte, ohne dass es langweilig wirkt. Durch die kurzen Kapitel, die ständig wechselnden Schauplätze und unvorhersehbaren Ereignisse hat er einen Spannungsbogen geschaffen, der es einem fast nicht gestattet, das Buch aus der Hand zu legen. Obwohl es in dem Buch hauptsächlich um Roboter geht kommt das Buch nicht im typischen Sci-Fi-Look daher. Es ist durchaus bodenständig und könnte, zumindest so ähnlich, vielleicht tatsächlich einmal eintreten. Wilson gibt zwar keine Jahreszahlen an, den Schilderungen nach zu schließen scheint er sich aber eine Zeit nicht allzuweit entfernt von der unseren vorgestellt zu haben.

Manchen Lesern könnten manche Stellen des Buches vielleicht zu gut beschrieben sein. Berichte von umherfliegenden Fleischfetzen oder Amputationen auf offenem Feld tragen zwar zu einer guten Anschaulichkeit bei, sind für Leser mit schwachem Magen aber weniger geeignet. Also mit Vorsicht genießen!

An wenigen Stellen des Buches hatte ich das Gefühl, dass irgendetwas nicht ganz schlüssig ist, nicht richtig zusammenpasst, aber es kann auch sein dass ich mich getäuscht habe. Ich habe weitergelesen und habe mich nicht weiter daran gestört. Leider ist auch die Frauenquote in dem Buch etwas gering, dafür hat man es fast ausschließlich mit starken Kämperinnennaturen zu tun.

Mir hat das Buch sehr gefallen, aber man muss sich natürlich für Sci-Fi, Roboter und Weltuntergangsszenarien interessieren. Ich vergebe 4 von 5 Wolken.

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