Sonntag, 30. Juni 2013

"Das Piano" von Jane Campion u. Kate Pullinger

"Die Stimme, die sie hören, ist nicht meine wirkliche Stimme, sondern die Stimme in meinem Inneren. Seit meinem sechsten Lebensjahr habe ich nicht mehr gesprochen. Niemand weiß, warum, nicht einmal ich selbst. Mein Vater meint, es sei eine fistre Gabe, und der Tag, an dem ich es mir in den Kopf setzte, mit dem Atmen aufzuhören, werde mein letzter sein. Heute hat er mich mit einem Mann verheiratet, dem ich noch nie begenget bin. Bald schon werden meine Tochter und ich in seinem Land zu ihm stoßen.""



"Das Piano" von Jane Campion u. Kate Pullinger

Verlag: Piper (1994)
Format: HC, 233 Seiten
ISBN: 3-492-03763-1
Originaltitel: "The Piano" (1994)

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Inhalt


Mitte des 19. Jahrhunders reist Ada mit ihrer Tochter Flora nach Neuseeland, um dort auf den Mann zu treffen, mit dem ihr Vater sie verheiratet hat. Ada spricht nicht, doch sie hat ihr Piano, über das sie sich ausdrückt. Mit Entsetzen muss sie daher zusehen, wie ihr Mann das Piano am Strand zurücklässt. George Baines jedoch, einer der wenigen weiteren Europäer in der nahen Umgebung, versteht, was das Instrument für sie bedeutet. Durch die Musik versucht er, ihre Zuneigung zu gewinnen - mit fatalen Folgen.

Meine Meinung


Der Film, auf dem dieses Buch basiert, ist einer meiner Lieblingsfilme. Ich hegte daher hohe Erwartungen an den Roman, die dieser auch nicht enttäuscht hat. An dieser Stelle sei wieder gesagt: ich kann das Buch hinsichtlich seiner Bildhaftigkeit nicht objektiv bewerten, da ich den Film in- und auswendig kenne und sich dessen Bilder immer wieder in meine Gedanken drängten!

Das Buch folgt der selben Linie wie der Film und gibt diesen fast eins zu eins wieder. Hinzu kommen Szenen, die vorher stattfanden und es werden Fragen geklärt, die der Film offen ließ. So erfährt der Leser zum Beispiel, wer Floras Vater ist. Man kann sich daran stören, dass dem Filmkenner nun eine Vorgeschichte aufgezwungen wurde, mir persönlich hat der Lückenschluss aber gut gefallen. Er wurde perfekt in die Geschichte integriert und klärt ein paar Fragezeichen im Film auf.

Buch wie Film sind eine Ode an die Musik und an die Liebe, gefühlvoll und tiefgründig. Die Charaktere sind individuell und vielschichtig entworfen und man kann sich gut in jede einzelne der Figuren einfühlen.    

Ich kann wirklich nicht mehr dazu sagen - es ist einfach toll =) Natürlich erhält das Buch 5 von 5 Wolken.

Der Film:

Der Film "The Piano" wurde 1993 veröffentlicht und basiert auf dem Drehbuch von Jane Campion. Campion stammt aus Neuseeland und so verwundert es nicht, dass auch der Film dort gedreht wurde. Der raue Strand, an dem Ada und Flora ankommen, heißt Karekare Beach und liegt in der Nähe von Auckland. Er ist natürlich eines der Ziele meiner Neuseelandreise Ende des Jahres und ich bin schon sehr gespannt!

Da die Musik eine tragende Rolle im Film spielt, muss diese natürlich besonders ausdrucksstark sein. Michael Nyman hat seiner Aufgabe sehr ernst genommen und den Film mit einem traumhaften Soundtrack versehen, der vor allem für Pianisten interessant ist.

Der Film ist in jeder Hinsicht ein Meisterwerk und es lohnt sich, ihn zu schauen!

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