Freitag, 26. Juli 2013

"Das also ist mein Leben" von Stephen Chbosky

"Lieber Freund, ich schreibe Dir, weil sie meinte, dass Du zuhörst und verstehst und nicht versucht hast, auf dieser Party mit einer bestimmten Person zu schlafen, obwohl Du gekonnt hättest. Versuch bitte nicht, rauszukriegen, wer sie ist, sonst könntest Du rauskriegen, wer ich bin, und das möchte ich nicht. Ich gebe den Leuten auch andere Namen als ihre wirklichen - weil ich nicht will, dass Du auf mich kommst."

"Das also ist mein Leben" von Stephen Chbosky

Verlag: Heyne (2011)
Format: Ebook
ISBN: 978-3-641-06636-9
Preis: 9,99 € [D] 
Originaltitel: "The Perks of Being a Wallflower" (2009)

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Inhalt:

Anfang der 1990er Jahre. Der 16-jährige Charlie ist kein "normaler" Junge. Er liest viel, jedoch jedes Buch drei Mal, ist per Du mit seinem Lehrer, der ihn für etwas Besonderes hält und ihm immer neue Bücher mitgibt. Er spürt, dass etwas in der Vergangenheit ihn zu dem gemacht hat, der er ist, doch die Erinnerung kommt nur langsam. Über Briefe, die er einem Unbekannten schreibt, versucht er, mit den Wirren des Erwachsenwerdens klar zu kommen.

Meine Meinung:

Dieses Buch war das erste, was ich auf meinem Kindle gelesen habe, und ich kann es nur empfehlen. Obwohl es um einen Jugendlichen geht, ist es kein typisches Jugendbuch und auch für Erwachsene interessant. Es ist lustig, echt, dramatisch, alles in einem.

Gerade seine Andersartigkeit macht Charlie sympathisch. Er macht sich andauernd Gedanken über die Welt und die Menschen um sich herum und philosophiert vor sich hin. Gleichzeitig ist er in seinem Denken und Handeln noch sehr kindlich, so dass man ihn manchmal einfach gerne in den Arm nehmen würde. Sein ungewollt altkluges Verhalten und die Art und Weise, wie er sein Leben erzählt, ist sehr erfrischend. Aber die tragischen Dinge rühren einen fast zu Tränen, eben weil er sie mit einem solch nüchternen Abstand erzählt.

Auch die anderen Charaktere sind sehr authentisch gezeichnet und man fühlt sich einfach, als sei man mitten drin und "wieder jung", wenn ich das mit meinen 24 Jahren so sagen darf. Es werden viele Themen angesprochen, die dieses Alter begleiten können: Partys, Liebe, Freundschaft, Drogen, (Homo)Sexualität, Familie. Besonders gut gelungen ist dabei die Vielseitigkeit, denn Charlie schlittert von Einem ins Nächste, meist ungewollt. Außerdem erhält man einen kleinen Einblick in das amerikanische Gesellschaftssystem jener Zeit.

Da jeder Brief ein kleines Kapitel für sich ist, ist das Buch sehr kurzweilig zu lesen. Man hangelt sich von Brief zu Brief und kann einfach nicht aufhören, will immer mehr erfahren. Ein durch und durch gelungenes Buch, bei dem mich jetzt auch die Verfilmung mit dem Titel "Vielleicht lieber Morgen" reizt. Ich vergebe 5 von 5 Wolken.

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