Montag, 24. Februar 2014

"Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" von Jonas Jonasson

"Montag, 2. Mai 2005. Man möchte meinen, er hätte seine Entscheidung etwas früher treffen und seine Umgebung netterweise auch davon in Kenntnis setzen können. Aber Allan Karlsson war noch nie ein großer Grübler gewesen. Entsprechend war der Einfall auch noch ganz frisch, als der alte Mann sein Fenster im Erdgeschoss des Altersheims von Malmköping, Sörmland, öffnete und in die Rabatte kletterte."


"Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" von Jonas Jonasson

Verlag: carl's books (2011)
Format: TB, 413 Seiten
ISBN: 978-3-570-58501-6
Preis: 14,99 € [D] 
Originaltitel: "Hundraåringen som klev ut genom fönstret och försvann" (2009)

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Inhalt


An seinem 100. Geburtstag steigt Allan Karlsson aus dem Fenster des Altersheim um dem langweiligen Alltag dort zu entkommen. Als er auf den Bus wartet bekommt er die Gelegenheit, einen Koffer zu stehlen, was er auch prompt tut. Ein spannendes Versteckspiel beginnt, denn in dem Koffer befinden sich fünfzig Million Kronen, die die Eigentümer, eine Bande Krimineller, natürlich zurück haben möchte. Doch Allan ist nicht auf den Kopf gefallen und außerdem trifft er unterwegs jede Menge nette Menschen, die ihm helfen. Außerdem lässt dieses Abenteuer seine Vergangenheit wieder auferstehen.


Meine Meinung


Anfangs war ich skeptisch, was ich von diesem Buch zu erwarten hatte. Schnell war ich jedoch von der Geschichte gefesselt, von der nüchternen und humorvollen Erzählweise und den beiden Abenteuersträngen, die parallel erzählt werden.

Im Vordergrund stehen die aktuellen Ereignisse, nämlich Allans Verschwinden aus dem Altersheim, seine Flucht vor der Bande „Never Again“ und die Ermittlungen durch Kommisare und Polizei. Es ist zum Brüllen, wie Allan jedes Mal, wenn die eine oder andere Gruppe ihn zu schnappen droht, den Kopf aus der Schlinge zieht. Zu fast jedem der auftretenden Personen gibt es außerdem noch eine Geschichte, die Jonasson geschickt eingeflochten hat.

Nebenbei, jeweils in extra Kapiteln, erzählt Jonasson dann noch Allans Lebensgeschichte, die mich ein wenig an Forest Gump erinnert hat. Allan ist exzentrisch und ein bisschen naiv, macht sich nichts aus Politik und Religionen und bringt es dennoch fertig, Einfluss auf die größten politischen Entscheidungen des 20. Jahrhunderts zu nehmen. Er reist buchstäblich in der Weltgeschichte herum, schließt Freundschaft mit Präsident Truman, speist mit Stalin oder Mao Tse-tung, hilft sowohl den Amerikanern als auch den Russen bei der Entwicklung der Atombombe und erlebt noch viele andere haarsträubende Abenteuer. Doch bei alle dem handelt Allan nach bestem Wissen und Gewissen, weshalb man ihm auch niemals böse sein kann.

Jonasson hat eine einzigartige und erfrischende Schreibweise. Sein trockener Humor lässt wohl keinen kalt und ich musste mir mehr als nur einmal ein lautes Lachen verkneifen. Es ist köstlich, welche Worte er den großen Führern der Geschichte in den Mund legt und manchmal kann man nur schwer sagen, ob die beschriebenen Eigenschaften nun erfunden oder vielleicht doch wahr sind.

Die ersten Lacher kommen schon mit den „Pisspantoffeln“, „die so heißen, weil Männer in hohem Alter selten weiter als bis zu ihren Schuhspitzen pissen können“ (Pos. 45) und ziehen sich durchs ganze Buch. Hier ein paar meiner Lieblingszitate:
„selbstständiger Unternehmer in der Raubüberfallsbranche.“ (Pos. 817)

„Nichts macht ein Auto so sexy, wie wenn's plötzlich nur noch halb so viel rumgefahren ist.“ (Pos. 1390)

„Daher sei es ausgeschlossen, den Toten hier einfach verbluten zu lassen.“ (Pos. 3404)

„Denn Julij Borissowitsch jedes Mal, wenn er Julij Borissowitsch anreden wollte, mit Julij Borissowitsch anzureden, war auf die Dauer einfach zu viel.“ (Pos. 3677)

„Mein Name ist Dollar“, erwiderte Allan. „Hunderttausend Dollar.“ (Pos. 6511)

Den Vogel hat allerdings die Kettenreaktion abgeschossen, die in Gang kommt, als Allan mit einem gelegten Brand versucht, aus einem Straflager zu entkommen und damit versehentlich eine ganze Stadt in Schutt und Asche legt. Leider ist die Stelle zu lang, um sie hier zu zitieren. Ihr müsst also unbedingt das Buch lesen *gg*

Bleibt also nur noch eins zu sagen: 5 von 5 Wolken!

Am 20. März kommt der Film in die Kinos und ich bin schon sehr gespannt darauf. Hier der Trailer:

 

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