Dienstag, 11. März 2014

"Die Stufen im Kamin. Das Haus des Magiers 1" von William Corlett

"Der Bahnhof von Druce Coven war ein einsamer Ort. Ein einziges Bahngleis führte von Manchester im Norden nach Bristol im Süden durch die raue und schöne Landschaft entlang der Grenze zwischen Wales und England. Es schlängelte sich durch abgelegene Dörfer und verlassene Bahnhöfe, die manchmal nur an einem schmalen Bahnsteig und einem grün gestrichenen Wartehäuschen als solche zu erkennen waren."


"Die Stufen im Kamin. Das Haus des Magiers 1" von William Corlett

Verlag: dtv junior (2001)
Format: TB, 271 Seiten
ISBN: 3-423-70665-1
Preis: 7,50 € [D] 
Originaltitel: "The Steps in the Chimney" (1990)

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Inhalt


Die Geschwister William, Mary und Alice verbringen die Weihnachtsferien bei ihrem Onkel Jack und dessen schwangerer Frau Phoebe. Bei seiner Ankunft begegnet William einem alten Mann, der sich als Stephen Tyler vorstellt, sowie einem Fuchs, der in ihn hineinzusehen scheint. Als die Kinder später ein Geheimzimmer entdecken, erscheint Mr Tyler wieder und stellt sich als Magier und Alchimist vor. Er verkündet, dass die Kinder eine wichtige Aufgabe zu erfüllen haben.


Meine Meinung


Es ist Jahre her, dass ich diese vierteilige Reihe gelesen habe, daher wurde es Zeit, Golden House wieder einmal einen Besuch abzustatten.

Bei der Reihe handelt es sich um Fantasy für Kinder und jüngere Teenager. Es ist teilweise jedoch recht anspruchsvoll geschrieben, vor allem, wenn der Magier spricht. Das wird dadurch relativiert, dass William, Mary und Alice selbst ihn oft nicht verstehen und ihn häufig bitten, etwas noch einmal zu erklären. Eine gute Lösung finde ich, um junge Leser nicht abzuschrecken und um ihnen zu vermitteln, dass Nachfragen völlig in Ordnung ist und man etwas besser versteht, wenn es in anderen Worten ausgedrückt wird.

Corlett hat die Gefühls- und Gedankenwelt der Kinder lebensecht dargestellt. Auf der Jüngsten, Alice, scheint ein Schwerpunkt zu liegen, vermutlich um zu vermitteln, dass es jüngeren Kindern noch leichter fällt, sich auf Magie und nicht Erklärbares einzulassen, weil sie sich nicht zu viele Gedanken machen. Aber ich denke, dass jedes Kind sich in einem der Charaktere wiederfinden kann, denn jedes der Geschwister ist in einem anderen Alter und hat andere Talente beziehungsweise Schwächen.

Die Alchimie, um die es in den Büchern geht, ist keine im eigentlichen Sinne. Vielmehr geht es darum, das Gold im menschlichen Charakter hervorzubringen, ein besserer Mensch zu werden und im Einklang mit der Natur zu leben. Eine sehr gut Thematik wie ich finde, um Kindern Ethik und Moral näher zu bringen und sie über ihr eigenes Handeln nachdenken zu lassen.

Neben der Alchimie ist die Fähigkeit, sich mit Tieren zu verständigen und in deren Körpern zu schlüpfen, Kern der Buchreihe, was auch schon die Cover andeuten. Ganz offensichtlich bin ich schon nicht mehr in dem Alter, in dem ich nicht erklärbare Dinge einfach so hinnehme, denn mir persönlich war nicht klar, wie das genau funktioniert. Mal verschwinden die menschlichen Körper der Kinder, sobald sie im Tier sind, mal wirken sie einfach nur abwesend. Meiner Meinung nach müsste es eigentlich immer ersteres sein, denn es gibt Szenen, in denen die Kinder weite Strecken mit den Tieren zurücklegen und dann an einem anderen Ort wieder zum Menschen zu werden. Aber seis drum.

Es handelt sich um ein gutes Buch für Kinder, dass die Fantasie anregt und sicher zu einigen abenteuerlichen Spielen animiert. Für Erwachsene ist es ein netter Zeitvertreib für Zwischendurch. Ich vergebe 3 von 5 Wolken.

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