Mittwoch, 14. Januar 2015

"Das Kartengeheimnis" von Jostein Gaarder




"Das Kartengeheimnis" von Jostein Gaarder

Verlag: dtv (1998)
Format: TB, 339 Seiten
ISBN: 3-423-12500-4
Preis: 9,90 € [D] 
Originaltitel: Kabalmysteriet (1990)

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Inhalt


Hans-Thomas und sein Vater reisen mit dem Auto nach Athen, um die Mutter und Ehefrau Anita zurück nach Hause zu holen, die die Familie vor Jahren verlassen hatte. In einem kleinen Dorf in den schweizer Alpen gelangt Hans-Thomas in den Besitz einer Lupe und eines geheimnisvollen kleinen Buches, das in ein Rosinenbrötchen eingebacken war. Dieses enthält über hundert Jahre alte Aufzeichnungen über einen Schiffbrüchigen, der gemeinsam mit nach einem Kartenspiel benannten Zwergen auf einer Insel lebte. Ist es Zufall, dass gerade er das Buch entdeckt? Und wie steht es mit ihm und seiner Familie in Verbindung?


Meine Meinung


Dieser Roman hat mich positiv überrascht und entgegen meiner Erwartungen hatte ich ihn in nur zwei Tagen fertig gelesen. Er war voll unerwartetem Humor und Scharfsinn, dabei aber flüssig und so geschrieben, dass er tatsächlich sowohl von Kindern, als auch von Erwachsenen gelesen werden kann.

In diesem Roman verlaufen zwei Handlungsstränge parallel und wechseln sich in kurzen Kapiteln ab: die reale Reise von Vater und Sohn nach Athen und die im "Brötchenbuch" festgehaltenen Ereignisse auf der magischen Insel, wobei die gegenwärtige Geschichte auf geheimnisvolle Weise mit der Erzählung verbunden ist. Durchflochten ist beides immer wieder durch philosophische Gedanken und Gespräche.

Ich fand es anfangs etwas schwierig, mich in die Geschichte des Brötchenbuches einzufinden, den Hans-Thomas liest die Aufzeichnungen eines Mannes, dem selbst erzählt wurde, was ihm eins erzählt wurde. So tauchen eine ganze Menge Charaktere auf und ich brauchte ein paar Kapitel, bis ich diese auseinander halten konnte. Die Hauptcharaktere Hans-Thomas und sein Vater sind hingegen eingängiger - sie sind menschlich und realistisch gezeichnet und man liest gerne von ihnen. Vor allem von Hans-Thomas, der einen gesunden, selbst-ironischen Humor besitzt, über den ich mehr als ein Mal schmunzeln musste. Irritiert war ich allerdings vom Ende, denn das Verhalten der beteiligten Personen konnte ich nicht ganz nachvollziehen. Aber sonst wäre das Buch wohl nicht rund geworden, vermute ich, daher kann ich das verstehen.

Die philosophischen Überlegungen, die den Kern des Romanes bilden, sind interessant und regen definitiv zum Nachdenken an. Besonders gut hat mir das Bild des Jokers gefallen, der als einziger in einem Deck voller blinder und naiver Spielkarten dazu in der Lage ist, über sich selbst nachzudenken, und darüber, wo er her kommt und wo er hin geht. Die Analogie zu Philosophen und dem Großteil der Gesellschaft liegt auf der Hand. Auch über alte griechische Philosophen und deren Thesen erfährt man einiges, ohne dass die Informationen zu staubigen Geschichtsbucheinträgen verkommen sind.

So. Ich habe zwar jetzt fast durchweg nur Positives über dieses Buch geschrieben, finde es aber dennoch sehr schwer, Wolken zu vergeben. Mir hat das Buch zwar gut gefallen, dennoch tendiere ich eher zu "ganz nett" als zu "sehr gut". Verglichen mit anderen Büchern hat es bei mir einfach nicht die Gefühle ausgelöst, wie es 4 Wolken-Romane tun sollten. Daher vergebe ich nur 3 von 5 Wolken.

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