Mittwoch, 22. April 2015

"Herbst - Beginn" von David Moody

"Millarden starben in weniger als vierundzwanzig Stunden. William Price war einer der ersten. Price war noch keine zehn Minuten aus dem Bett gewesen, als es begann. Er stand gerade in der Küche, als er die ersten Schmerzen spürte. Bis er seine Frau im Wohnzimmer erreichte, war er fast tot. Der Virus ließ seine Kehle austrocknen und anschließend beträchtlich anschwellen. Weniger als vierzig Sekunden nach dem Einsetzen der Infektion blockierten die Schwellungen seine Luftröhre. Während er nach Atem rang, begannen die Schwellungen aufzuplatzen und zu bluten. Das Blut, das seine Luftröhre hinunterrann, brachte ihn zum Würgen."



"Herbst - Beginn" von David Moody 

Verlag: Otherworld Verlag (2008)
Format: TB, 289 Seiten
ISBN: 978-3-9502185-7-2
Preis: 9,95  € [D] 
Originaltitel: Autumn (2002)

☁ ☁ ☁ ☁ ☁


Inhalt


Alles geschieht plötzlich und ohne Vorwarnung und innerhalb weniger Minuten sind Milliarden Menschen tot. Die wenigen Überlebenden finden sich in einem Gemeindehaus zusammen, doch schon bald entzweit sich die Gemeinschaft. Carl, Emma und Michael beschließen, aufs Land zu fahren, wo sie sich in einem abgeschiedenen Bauernhaus einrichten. Doch plötzlich beginnen die Leichen wieder aufzustehen und nach einiger Zeit scheinen auch ihre Sinne wiederzukehren. Und der Albtraum geht weiter als sich herausstellt, dass sie eine Bedrohung für alle Überlebenden sind...


Meine Meinung


Einen Teil dieser mittlerweile fünfteiligen Reihe habe ich vor einigen Jahren schon einmal gelesen und es waren meine ersten Bücher in diesem Genre. Ich war von Anfang an von der Story gefesselt und hatte vor allem den ersten Band immer noch als sehr gut in Erinnerung. Diese Einschätzung hat sich auch nach dem zweiten Lesen nicht geändert.

"Moddys Weltuntergang findet vor allem in den Seelen der Überlebenden statt." schreibt ein Kritiker, und damit hat er durchaus recht. Das Besondere an diesem Endzeitroman ist nämlich, dass es mehr oder weniger ohne großes Blutvergießen vonstatten geht und das Klischee der typischen Zombies nicht bedient wird. Stattdessen ist es ein eher stilles Horrorszenario, das Moody erschaffen hat. Zunächst einmal im wahrsten Sinne, denn für zwei Tage ist die Welt um die wenigen Überlebenden herum tot und leer. Die Leichen, die erst später wieder "zum Leben erwachen" sind zunächst völlig apathisch und deshalb nicht sehr gefährlich. Trotzdem läuft einem ein Schauer über den Rücken, wenn man sich selbst in eine solche postapokalyptische Welt hinein denkt.

Anfangs gibt es an die dreißig Überlebende, die sich in einem Gemeindehaus zusammenfinden. Schon hier merkt man, wie unterschiedlich mit der Situation umgegangen wird und dass jeder die Gefahr anders einschätzt. Nach einigen Kapiteln konzentriert sich Moody dann auf Carl, Michael und Emma, die sich zusammen tun und die Gruppe verlassen, um sich in einem abgelegenen Bauernhaus zu verschanzen. Doch auch zwischen ihnen kommt es bald zu Meinungsverschiedenheiten, denn während Michael und Emma, beide Mitte-Ende zwanzig, allein gelebt haben, hat Carl seine geliebte Frau und die gemeinsame Tochter verloren. Er leidet besonders unter der Situation, an die er sich nicht gewöhnen kann, im Gegensatz zu den anderen beiden, die zumindest dazu in der Lage sind, nach vorne zu sehen.

Doch als die Untoten nach und nach damit beginnen, wieder auf ihre Umgebung zu reagieren, stellen sie eine zunehmende Gefahr für ihre Sicherheit dar und erfordern den größtmöglichen Zusammenhalt des Trios. Besonderes Gefahrenpotenzial bietet die Tatsache, dass die Übergänge von einer Entwicklungsstufe der Untoten zur nächsten ohne Ankündigung vonstatten geht und den Überlebenden anfangs auch noch gar nicht klar ist, dass die Leichen sich stetig geistig weiter entwickeln, entgegengesetzt zu ihrem körperlichen Verfall.

Erfahrene im Zombie-Horror-Genre können sich natürlich an manchen Stellen nur an den Kopf fassen, denn uns ist sonnenklar, dass man zum Beispiel keinen Generator anwerfen sollte, wenn wandelnde Tote unterwegs sind und man unauffällig bleiben will. Doch natürlich machen gerade diese kleinen, aber weitreichenden Fehler solche Romane spannend und bieten den Protagonisten die Chance sich zu entwickeln.

Ich vergebe 5 von 5 Wolken für diesen Roman. Hier findet ihr die Rezensionen zu Band 2 (die Folgebänden folgen).

Kommentare:

  1. Huhu,
    von dem Buch und auch von dem Autor habe ich bis dato noch nichts gehört. Zombie-Bücher sind genau meins und ich werde mich mal genauer über die Reihe informieren. Vielleicht ist sie ja was für mich. :)
    Danke für die Rezension.

    LG Litis
    (http://litis-fabelhafte-welt-der-buecher.blogspot.de)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich kann die Reihe wirklich nur empfehlen, vor allem Endzeit-Liebhabern, auch wenn man hier nicht die klassischen Zombies findet ;)

      Löschen
  2. Eine Zombiereihe, die ich gar nicht kenne! Muss ich mir merken, vielleicht passt's bei Gelegenheit mal.

    Liebe Grüße,
    Nicole

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Moody ist auch eher unbekannt, was ich gar nicht verstehen kann. Andererseits liegt es vielleicht daran, dass er großen kommerziellen Verlagen gegenüber skeptisch ist, das kostet eben leider auch manchmal Publicity...

      Löschen

Danke für deinen Kommentar! Schau doch bald wieder rein, dann habe ich geantwortet :)