Samstag, 19. März 2016

"Danach #1: Der Schock" von Scott Nicholson

"Es waren drei. Vor einer Woche hatte sie damit aufgehört, ihnen Namen zu geben. Für eine Weile war es zwar eine amüsante Ablenkung gewesen - und bei Gott, sie bedurfte der Ablenkung -, aber dann hatten sie angefangen, sich miteinander zu vermischen, die Schwarzäugigen Susannen, die Rosinenköpfe und die Fleischrachen. Nun jedoch konnte Rachel Wheeler der Versuchung nicht widerstehen, als sie durch das verschmierte Fenster der Drogerie blickte, während sie inmitten von ausgestreutem Babypuder und Cellophanmüll kauerte."


"Danach #1: Der Schock" von Scott Nicholson
Verlag: Haunted Computer Books (2014)

Format: Ebook, 316 Seiten
Preis: 0,99 € [D] 
Originaltitel: After: The Shock (2006)
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Inhalt


Die Sonne verändert sich, was führende Wissenschaftler mehr als besorgniserregend finden. Doch die Auswirkungen, die die elektromagnetischen Strahlungen tatsächlich haben, hätte keiner für möglich gehalten. Manche Menschen sind sofort tot, andere verändern sich und scheinen von primitivsten Instinken getrieben Jagd auf die Überlebenden zu machen. Diese gehen unterschiedlich mit der Situation um und sind nicht immer freundlich gesinnt...

Meine Meinung


Vor ein paar Tagen habe ich hier bereits die Prequel-Novelle zu dieser 6-teiligen postapokalyptischen Reihe vorgestellt. "Danach #1: Der Schock" knüpft an die Vorgeschichte an und man begegnet sogar einigen der Charaktere wieder.

Der Roman beginnt mit den Bemühungen Rachel Wheelers, die Stadt zu verlassen. Sie weiß, dass ihr Großvater Franklin sich Nationalpark in den Blue Ridge Mountains ein sicheres Refugium eingerichtet hat und sie möchte ihn so schnell wie möglich finden. Unterwegs begegnet sie dem einäugigen DeVontay und später dem kleinen Stephen, den die beiden unter ihre Fittiche nehmen. Doch in einer Gruppe unterwegs zu sein bietet nicht nur Vorteile.

Parallel zu Rachels Geschichte begleitet der Leser die Freunde Campbell und Pete durch die verlassen scheinende Welt. Doch dann stoßen sie auf eine streng organisierte Gruppe und treffen dort nicht nur auf Freunde. Angesichts einer anscheinend verrückt gewordenen Gruppe ehemaliger Soldaten, mit denen sie später aneinander geraten und die die mutierten Menschen geradezu anbeten, erscheinen sie jedoch noch verhältnismäßig normal.  

Und dann gibt es noch die Einwandererfamilie bestehend aus Jorge, seiner Frau Rosa und der Tochter Marina. Auch sie befinden sich auf der Flucht und machen in den Bergen eine unverhoffte Bekanntschaft. Obwohl die Parteien sich untereinander nicht kennen spürt man doch, dass sie irgendwann aufeinander treffen werden. Ich habe schon eine Vermutung, wo das sein wird, doch es liegen ja noch 5 Bände vor mir, in denen noch viel passieren kann.

Der Roman ist flüssig geschrieben und sehr kurzweilig. Nicholson beschreibt die "neue Welt" so, dass man sich fühlt, als lebe man selbst in ihr. Dabei geht es weniger blutig und brutal zu, als in den meisten anderen Endzeit/ Zombie-Romanen. Das hat jedoch auch etwas für sich. Mir gefällt seine Idee, keine Zombies im eigentlichen Sinne auftreten zu lassen. Tatsächlich sind diese Menschen nie gestorben - ihr Gehirn hat sich nur verändert. Andererseits macht sie das gefühlt etwas weniger gefährlich, denn ein Biss von ihnen macht einen nicht zu ihresgleichen. Trotzdem ist natürlich nicht mit ihnen zu spaßen, und die Lage spitzt sich zusehends zu, da die Veränderung noch nicht abgeschlossen ist. Sie scheinen cleverer zu werden und sich zu gruppieren, um weniger angreifbar zu sein. Außerdem scheinen sie ihr Denkvermögen zurückzugewinnen und ich bin gespannt, wie sich das noch entwickelt.
Ich vergebe 4 von 5 Wolken und werde auf jeden Fall bei Gelegenheit den Folgeband lesen.

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