Donnerstag, 27. Oktober 2016

Reihenrezension: "Harry Potter" von J.K. Rowling


2016 wird wohl als das Potter-Jahr in die Geschichte eingehen. Wie viele Menschen die Reihe dieses Jahr wohl (wieder) gelesen haben? Zu Verdanken ist dieser Hype wohl dem neu erschienen rschienen Skript "Harry Potter und das verwunschene Kind". Auch ich habe mir nach über zehn Jahren die Reihe wieder vorgeknöpft, allerdings nicht primär mit der Absicht, Rowlings neues Buch zu lesen. Dem stehe ich nämlich nach wie vor skeptisch gegenüber. Aber darum soll es hier nicht gehen.

Ich habe lange überlegt, wie ich mit den Rezensionen zu den Büchern verfahren soll und bin dann zu dem Schluss gelangt, dass es eine Sammelrezension geben soll, die kurz meine Eindrücke zum jeweiligen Buch beinhaltet. Here we go!


Harry Potter und der Stein der Weisen
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Der erste Harry Potter Band ist einfach nur bezaubernd. Die Grundstimmung ist sehr positiv und hoffnungsvoll. Man wünscht sich, mitten unter den sympathischen Charakteren zu sein und rätselt, in welches Haus man kommen könnte. Probleme werden schnell gelöst und selbst in Zeiten der Gefahr hat man als Leser stets das Gefühl, dass alles wieder gut werden wird. Nicht einmal die Begegnung zwischen Voldemort und Harry ist wirklich beunruhigend. Ein tolles Buch um abzuschalten und die Seele baumeln zu lassen.



Harry Potter und die Kammer des Schreckens
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Der zweite Band ist insgesamt ebenfalls ziemlich kindlich, auch wenn es fast schon Züge eines Kriminalromans aufweist, da die drei Freunde Harry, Ron und Hermine herauszufinden versuchen, was es mit den geheimnisvollen Angriffen auf Schüler auf sich hat. Wieder sind sie in der Lage, Probleme schnell und effizient zu lösen, der "Endgegner" ist jedoch ein wenig kniffliger als im ersten Band.


 

Harry Potter und der Gefangene von Askaban
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Allmählich wird es düsterer in der Welt von Harry Potter und man spürt, wie die Charaktere langsam erwachsen werden. Sie haben es jetzt mit flüchtigen Mördern und Dementoren zu tun, mit Todesprophezeiungen und falschen Freunden, und begreifen langsam, dass nicht immer alles so ist, wie es scheint.



Harry Potter und der  Feuerkelch
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Dieser Band ist der erste der Reihe, der mir nicht ganz so gut gefallen hat. Hier erscheint mir einfach zu vieles an den Haaren herbei gezogen. Schüler, die sich zur Unterhaltung anderer Schüler bis auf den Tod duellieren? Befreiung von den Prüfungen für die Teilnehmer? Selbst in dieser fantastischen Welt erschien mir das wenig glaubwürdig. Insgesamt habe ich das Buch jedoch gerne gelesen und war wieder einmal fasziniert von den vielen Ideen, die Rowling aufs Papier gebracht hat. Die immer gefährlicher werdenden Aufgaben und der tragische Todesfall am Schluss, verbunden mit der nun nicht mehr zu leugnenden Rückkehr Voldemorts zeigen jedoch, dass dunkle Zeiten anbrechen.

Harry Potter und der Orden des Phönix
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Ab jetzt geht es für die Charaktere gefühlt nur noch bergab und eine schlechte Nachricht jagt die nächste. Ich habe mich immer häufiger gefragt, wie ich als Kind mit den teils sehr grausamen Szenen umgegangen bin, die in diesem und den nächsten Bänden beschrieben werden. In diesem Band beweist Rowling außerdem, dass Harry auch nur ein Mensch ist, ein Teenager, und dem manches über den Kopf zu wachsen droht. Obwohl sein Verhalten nur menschlich ist, war er mir in diesem Buch teils ziemlich unsympathisch. Außerdem zieht sich dieser Band ein wenig in die Länge, weshalb er derjenige ist, den ich am wenigsten mag - obwohl auch er sehr gut ist. Vor allem die Tatsache, dass seine Freunde hinter ihm stehen und mit ihm kämpfen, hat mich gerührt.

Harry Potter und der Halbblutprinz
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An diesem Band hat mir besonders die Menschlichkeit gefallen. Liebeskummer, Freund- und Feindschaften sowie Misstrauen sind große Themen, die den Charakteren noch mehr Tiefe verleihen und sie dem Leser näher kommen lässt. Gemeinsam mit Dumbledore und Harry begibt man sich in diesem Band außerdem auf die Suche nach Voldemorts Vergangenheit um herauszufinden, wie er zu besiegen ist. Hierbei kommt Überraschendes und Beunruhigendes zu Tage. Und dann steigt das Dunkle Mal über Hogwarts auf und stürzt die Schule in tiefe Trauer...

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes
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Harry, Ron und Hermine kehren zum ersten Mal nicht nach Hogwarts zurück sondern streifen durch das Land auf der Suche nach Teilen von Voldemorts Seele: den Horkruxen. Diese Reise hat sich für mein Empfinden ein wenig zu sehr in die Länge gezogen, vermittelt jedoch sehr gut die hoffnungs- und orientierungslosigkeit der Freunde, die plötzlich auf sich allein gestellt sind. Als es die drei schließlich doch nach Hogwarts zieht, beginnt ein spannender Showdown, der Hogwarts als Trümmerhaufen zurücklässt und mehr als nur eine Familie auseinander reißt. Doch dann lichtet sich der Nebel. Bisher unbekannte Zusammenhänge erschließen sich und geben Harry die nötige Kraft, um Voldemort ein letztes Mal entgegen zu treten.


Fazit
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Harry Potter ist eine fast schon legendär zu nennende Romanreihe für jung und alt, die einen im wahrsten Sinne bezaubert. Sie bietet alles, was das Leserherz begehrt: eine fantastische Welt voller Magie, die gar nicht so weit von uns entfernt zu sein scheint, Spannung und Abenteuer. Obwohl die einzelnen Bände in sich geschlossen sind, sind sie doch miteinander verbunden und rückblickend zerfließen die Grenzen der jeweiligen Romane ineinander. Erst am Schluss erkennt man den Zusammenhang und den großen Plan, der schon vor Beginn des ersten Bandes geschmiedet wurde, und ist umso beeindruckter von der Autorin.
 
Der Reread hat mich nicht enttäuscht und ich war genauso verzaubert von der Reihe, wie beim ersten Lesen. Gerne wäre ich ab und zu in die Vergangenheit gereist um mich selbst dabei zu beobachten, wie ich zum ersten Mal die Zeilen von Harry Potter las. Habe ich damals auch über die Scherze von Fred und George lachen müssen? Habe ich auch ein paar Tränchen verdrückt, als die Wahrheit über Snape ans Licht kam? Ist mir damals schon aufgefallen, dass Ron permanent am Essen ist und das Rowling so tolle Worte wie "schuhute" oder "Butterbier" erfunden hat? Ich weiß es nicht mehr. Ich weiß allerdings, dass die Magie der Bücher kein bisschen nachgelassen hat und dass sie auch bis zum nächsten Reread nicht verschwunden sein wird.

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