Dienstag, 8. November 2016

"Lilith" von Christoph Marzi


"Lilith" von Christoph Marzi
Verlag: Heyne (2005)
Format: TB, 686 Seiten
ISBN: 978-3-453-52135-3
Preis:14,00 € [D]
Teil 2 von 5

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Inhalt


Erneut geschehen rätselhafte Dinge in der uralten Metropole unter London und die Waisenmädchen Emily und Aurora steigen erneut hinunter in die Stadt unter der Stadt, wo sie mit einer gefährlichen Aufgabe betraut werden: sie sollen die Totenmaske der Lichtlady Lilith finden, um sie wieder zum Leben zu erwecken. Denn nur sie kann den aktuellen Ereignissen Einhalt gebieten und die Welt vor ihrem Untergang bewahren.


Meine Meinung


Dieses Buch ist der zweite Teil der Reihe um die uralte Metropole und nach einer der maßgebenden Charaktere des Vorgängerbandes benannt. Vier Jahre liegen zwischen den aktuellen und den Geschehnissen des ersten Bandes (hier geht's zur Rezension), doch es wurde damals schon angedeutet, dass nichts für immer tot ist und alles irgendwann wiederkehrt.

Obwohl sie während eines Großteil des Romans abwesend ist - sie und ihr Mentor sind von einer Reise nicht zurückgekehrt und werden von Emily verzweifelt gesucht - ist Aurora, Emilys beste Freundin, der Kern dieser Geschichte. Während es im ersten Band um Emily selbst, ihre Vergangenheit und ihre Familie geht, steht nun Aurora kurz vor der Lösung des Rätsels um ihre Herkunft, die Gleichzeitig etwas mit den aktuellen Geschehnissen zu tun hat. Doch was ist es, das Aurora mit Lilith, der Lichtlady, die wieder zum Leben erweckt werden soll, verbindet?

Das Cover und die Karte von Paris im Inneren des Buches lassen erwarten, dass der Roman analog zum ersten Band hauptsächlich in der französischen Hauptstadt spielt, doch tatsächlich ereignet sich nur ein kleiner Teil der Ereignisse dort. Stattdessen spielt die Geschichte über längere Strecken erneut in London, bevor Marzi die Leser auf der Jagd nach vampirartigen Wesen in das alte Ägypten und nach Rumänien entführt. Wir begleiten Emilys neue Freundin Eliza Holland auf ihren Abenteuern zu Beginn des 21. Jahrhunderts (mit der Zeit ist es so eine Sache in der uralten Metropole), die essenziell für die Lösung der gegenwärtigen Probleme sind und einiges Licht ins Dunkel bringen.

Ägypten reizt mich persönlich nicht besonders, obwohl die archäologischen Ausgrabungen dort sehr gut und spannend beschrieben sind. Dafür konnten mich aber Elizas Erzählungen über ihre Zeit im düsteren, von Bestien heimgesuchten Rumänien umso mehr fesseln. Hier herrscht eine Atmosphäre, die mich an meine Lieblingsfilme Der Pakt der Wölfe und Sleepy Hollow erinnerte, was mir sehr gut gefallen hat und besser zum kalten Wetter draußen passt als Hitze und heißer Wüstensand - die Lycidas-Reihe ist und bleibt für mich nunmal Herbst- und Winterlektüre.

Lilith liest sich schneller und leichter als Lycidas, was meiner Meinung nach nicht nur an der größerformatigen Schrift liegt, sondern daran, dass Marzi hier weniger ausschweifend erzählt und sich weniger häufig wiederholt als im Auftakt der Reihe. Das fand ich persönlich sehr angenehm - einen weiteren Wälzer von den Ausmaßen Lycidas' hätte ich wohl nicht sofort noch einmal geschafft. Außerdem findet man sich schneller in die urban-fantastischen Elemente ein, da vieles schon aus dem ersten Band bekannt ist und hier wieder aufgegriffen wird.

Ich vergebe 5 von 5 Wolken für diesen gelungen zweiten Band.

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