Freitag, 2. Dezember 2016

"Novemberschokolade" von Ulrike Sosnitza


"Novemberschokolade" von Ulrike Sosnitza
Verlag: Heyne (2016)
Format: TB, 366 Seiten
ISBN:978-3-453-35906-2
Preis: 9,99 € [D] 

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Inhalt


Lea Winter kann es nicht glauben, als sie die fristlose Kündigung ihrer Wohnung und der darunter liegenden Chocolaterie in den Händen hält. Doch es scheint kein böser Traum zu sein. Von nun an setzt Lea alles daran, ihren kleinen Laden zu retten und all ihre Hoffnung ruht auf dem Pralinenwettbewerb einer großen Hotelkette. Da taucht ihre Mutter unverhofft wieder auf und Lea kommt einem gut gehüteten und düsteren Familiengeheimnis auf die Spur. Und dann ist da noch Alessandro, dessen Duft in ihr eine unerklärliche Sehnsucht erweckt...


Meine Meinung


Es war Liebe auf den ersten Blick, als ich dieses Buch zum ersten Mal gesehen habe. Das Cover ist wirklich außerordentlich gut gelungen. Die geriffelte Oberfläche fühlt sich toll an und das Bild macht sofort Lust auf Schokolade, eine Kuscheldecke und ein gutes Buch. Wenig später ist das Buch dann bei mir eingezogen.

Ich bin sehr schnell in die Geschichte hinein gekommen und hatte das Buch auch in kürzester Zeit gelesen. Lea war mir von Anfang an sympathisch und ich habe richtig mit ihr mitgefiebert im Kampf um ihre Chocolaterie. Ihren verzweifelten Kampf um ihren Lebenstraum fand ich außerordentlich gut beschrieben. Er verläuft nicht geradlinig, wie es in manchen Büchern gerne der Fall ist, sondern in einem ständigen Auf und Ab, was die Geschichte besonders realistisch erscheinen lässt. Eine Lösung scheint gefunden, dann plötzlich wieder ein Rückschlag. Eine weitere Möglichkeit tut sich auf, doch auch diese scheidet wieder aus. Und schließlich ist Lea sogar kurz davor, aufzugeben...

Mit dem Schicksal ihrer Chocolaterie eng verwoben ist ein gut gehütetes düsteres Familiengeheimnis. Ihre Mutter verließ Lea, als sie noch sehr jung war, und ihr Vater, der ebenfalls Chocolatier war, starb kurz darauf. Lea wuchs bei ihrer Großmutter auf, konnte jedoch nicht aufhören, vermisst ihre Elter jedoch an jedem einzelnen Tag. Ich fand es daher gar nicht verwunderlich, dass sie, als sie ihre Mutter unverhofft wieder trifft, diese nahezu verherrlicht und es zunächst nicht schafft, die Frau, die ja eigentlich eine Fremde ist, objektiv zu betrachten. Dennoch begreift auch Lea irgendwann, dass sie etwas vor ihr verheimlicht.

Und dieses Geheimnis war dann erschütternder und tragischer als alles, was ich vermutet hatte. Die Enthüllung ließ mich wirklich fassungslos zurück, denn in einem Buch, dass so süßlich und winterlich-verträumt daher kommt, hatte ich mit so etwas kein bisschen gerechnet. Doch dadurch schließt sich der Kreis. Es erklärt sich, warum Lea den Geruch von Himbeeren nicht verträgt und warum ihr Alessandro, der Sohn ihres Nachbarn, so vertraut erscheint.

Es hat mir außerdem sehr gefallen, wie Sosnitza mit vorschnellen Urteilen über ihre Charaktere und den berühmten ersten Eindrücken spielt. Besonders in Bezug auf Sébastian habe ich mich selbst dabei ertappt, wie ich ihn vorschnell in eine Schublade gesteckt hatte und ihn dort einige Zeit später zähneknirschend wieder heraus holen musste.

Weniger gelungen fand ich hingegen die romantischen Szenen. Sie wirkten plump und linkisch auf mich und ich musste jedes Mal an einen Ratschlag für Autoren denken, den ich einmal irgendwo gelesen habe, der lautet, solche Szenen lieber gar nicht als nur lauwarm zu schreiben. Hier wäre weniger definitiv mehr gewesen!

Insgesamt ist Sosnitza jedoch ein toller, spannender und vor allem abwechslungsreicher Roman gelungen, dessen Ende ich absolut nicht vorhersehen konnte. Ganz nebenbei wird man in die Geheimnisse der Pralinenherstellung eingeweiht und hat dabei stets den Duft der herrlichsten Zutaten in der Nase. Es ist kein Weihnachtsbuch in dem Sinne, passt aber sehr gut in die Vorweihnachtszeit. Ich vergebe 4 von 5 Wolken. Vielen Dank an das Bloggerportal und den Heyne Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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