Montag, 30. Januar 2017

"Die Herren von Winterfell" von George R.R. Martin


"Die Herren von Winterfell" von George R.R. Martin

Verlag: Blanvalet (2010)
Format: TB, 571 Seiten
ISBN: 978-3-442-26774-3
Preis: 15,00 € [D] 
Originaltitel: A Game of Thrones (1996)
Ins Deutsche übertragen von Jörg Ingwersen

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Inhalt


Eddard Stark, der Herr von Winterfell, wird an den Hof seines Königs gerufen, um diesem als Berater und Vertrauter zur Seite zu stehen. Doch Intriganten, Meuchler und skrupellose Adlige scharen sich um den Thron, deren Einflüsterungen der schwache König nichts entgegenzusetzen hat. Während Eddard sich von mächtigen Feinden umringt sieht, steht sein Sohn, der zukünftige Herrscher des Nordens, einer uralten finsteren Macht gegenüber. Die Zukunft des Reiches hängt von den Herren von Winterfell ab! (Quelle)


Meine Meinung


Ist es denn zu glauben? Das Lied von Eis und Feuer. Die Herren von Winterfell ist das erste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe, und damit bin ich mit meinen Rezensionen endlich im Jahr 2017 angekommen! *lach*

Der Wunsch, diese Romanreihe zu beginnen, ergab sich - wie wohl bei so vielen - durch die Serie, die ich Ende letzen Jahres zu schauen angefangen habe. Bisher hat mich Game of Thrones nie wirklich gereizt, aber ich muss sagen, dass ich mittlerweile gut verstehen kann, wieso die Serie so beliebt geworden ist. Da die Bücher aber bekanntlich meist besser sind als die Verfilmungen wollte ich unbedingt die Romanvorlage dazu lesen, was mich allerdings zunächst vor die Frage stellte, zu welcher Ausgabe ich greifen sollte.

Ich habe mir die Leseprobe der englischen Originalversion auf meinen Kindle schicken lassen und mich daran versucht. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass ich mit meinem Englisch lange nicht alles würde erfassen können (was ich bei Roman im allgemeinen und bei Fantasy im Besonderen überhaupt nicht leiden kann) und bei einem Roman dieses Umfangs wohl auch mehrere Monate brauchen würde. Ich liebäugelte dann kurz mit der ersten deutschen Übersetzung, da hier wohl ein Großteil der Namen in der Originalform übernommen wurden. Dann stellte sich jedoch heraus, dass es nicht alle Romane in der "alten" Übersetzung gibt und dass in der hiesigen Bücherei nur die neue Übersetzung zu haben ist. Damit war der Entschluss gefallen und ich muss sagen, dass ich die aktuelle Ausgabe recht gelungen finde. Gut, die Namen hätte man wirklich im Original belassen können und ich fragte mich oft, wie einige Eindeutschungen zustande gekommen sind. Wie wird denn bitte aus King's Landing der Name Königsmund? Aber da ich die Namen und Orte so auch schon aus der Serie kannte, kam ich ganz gut damit zurecht.

Blanvalet teilte die Originalbände auf jeweils zwei deutsche Romane auf. Somit gibt es derzeit zehn Bücher, während im Englischen nur fünf existieren. Ich könnte jetzt von Abzocke und Geldmacherei sprechen, aber da ich die Romane leihe und nicht kaufe, ist mir das momentan relativ egal. Ich finde es außerdem gar nicht schlecht, da die Büchr so schmaler und handlicher sind - so dicke Wälzer schrecken mich meistens doch eher ab.

Der erste Band reicht bis zu etwa Dreiviertel der ersten Serienstaffel und ich bin sehr froh, ihn gelesen zu haben. Obwohl sich zumindest die erste Staffel sehr genau an die Romanvorlage hält, kann doch lange nicht alles filmisch dargestellt werden, was sich im Buch abspielt. Ich hatte häufig Aha-Momente, als sich Zusammenhänge, die in der Serie nicht ganz schlüssig waren oder gar nicht erwähnt wurden, dank der Lektüre plötzlich aufklärten. Außerdem waren die Listen der Mitglieder der verschiedenen Häuser hinten im Buch sehr hilfreich, ebenso wie die Karte, auf der ich einige Wege in Ruhe nachvollziehen konnte. Anderes kam im Vergleich zur Serie hingegen zu kurz, zum Beispiel die zarte Romanze zwischen Daenerys und Khal Drogo, die in der Serie wohl der Zuschauer wegen aufgebauscht wurde.

Die Kapitel beleuchten abwechselnd verschiedene Charaktere, wodurch jeweils gute Einblicke in die jeweiligen Personen gewährt wird. Dadurch lernt man diese zwangsläufig besser kennen als in der Serie. Außerdem ist dies eine gute Möglichkeit, wenn man häufig zwischen verschiedenen Orten springt, so wie es bei Martin der Fall ist. Im Gegensatz zu anderen Romanen dieser Art fand ich mich hier auch immer wieder sehr schnell in den jeweiligen Handlungsstrang ein, denn Martin holt seine Leser stets dort ab, wo sie zurückgelassen wurden, beziehungsweise nimmt sie am Anfang eines Kapitels mit zu einem neuen Erzählabschnitt. Ich weiß es sehr zu schätzen, dass die Kapitel nicht immer mit lästigen Cliffhangern enden, was einen großen Pluspunkt gibt.

Inhaltlich kann und möchte ich gar nicht allzu viel sagen. Nur, dass es immer spannend ist, dass nichts vorhersehbar ist und dass es jeder Figur in jeder Sekunde an den Kragen gehen kann. Ein durch und durch gelungener Auftakt zu einem Fantasy-Epos, der seinesgleichen sucht. Ich vergebe volle 5 von 5 Wolken und empfehle die Lektüre ausnahmslos jedem Fan der Serie. Der zweite Band steht bei mir übrigend schon in den Startlöchern ;)

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