Sonntag, 26. Februar 2017

"Angstmädchen" von Jenny Milewski


"Angstmädchen" von Jenny Milewski

Verlag: Heyne (2017)
Format: TB, 333 Seiten
ISBN: 978-3-453-43880-4
Preis: 13,99 € [D] 
Originaltitel: Yuko (2015)
Aus dem Schwedischen von Max Stadler

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Klappentext


Die junge, schüchterne Malin zieht in ein Studentenwohnheim ein. Zu ihrer großen Freude bekommt sie das einzige Zimmer, das über eine Badewanne verfügt. Doch dann erfährt sie, dass sich darin ein Mädchen namens Yuko die Pulsadern aufgeschnitten hat. Kurz darauf findet Malin Haarbüschel, die nicht von ihr stammen können, und als sie eines Nachts eine blasse Gestalt sieht, wird ihr klar, dass etwas in ihr Leben getreten ist, das sie nicht mehr loswird. Etwas, das ihr Angst macht – das auf sie wartet – wo immer sie auch hingeht … (Quelle)


Meine Meinung


Erst letztes Jahr habe ich angefangen, mich etwas mehr für Thriller zu interessieren. Nach einem eher ruhigen Roman wollte ich es dann mit etwas Anderem probieren und wurde kurz darauf auf Angstmädchen aufmerksam. Der Klappentext klang wie die Kurzbeschreibung eines Horrorfilms, was auch den Ausschlag dazu gab, das Buch zu lesen.

Angstmädchen liest sich leicht und schnell. Nach einem dramatischen Prolog wird man in die Handlung hineingeworfen und muss sich gemeinsam mit der Protagonistin Malin im Studentenwohnheim einleben. Sie trifft dabei auf übliche Schwierigkeiten wie Rivalitäten mit und unter den Mitbewohnern, doch schnell sind es auch ungewöhnliche Dinge, die Malins Aufmerksamkeit auf sich ziehen: Schuhe, die im Gang durcheinander geworfen wurden, Haarbüschel in ihrer Badewanne, die nicht von ihr stammen können, Wasser auf dem Boden, das verschwunden ist, sobald sie das Licht anknipst... Kenner des Genres in Literatur und Film werden die Anzeichen schnell erkannt haben: Malin hat es mit etwas Übernatürlichem zu tun.

Natürlich beginnt sie, Nachforschungen anzustellen und stößt dabei auf den tragischen Tod des Mädchens, das vor ihr in dem Zimmer gewohnt hat: Yuko. Doch was will der Geist von ihr? Soll sie ihren Tod aufklären? Die Zeichen sprechen dafür, doch als sich der Spuk nach und nach auch auf ihre Mitbewohner ausweitet, beginnt Malin zu ahnen, dass es nicht so leicht werden wird, Yukos Geist loszuwerden.

Milewskis Schreibstil ist angenehm locker und passt sehr gut zu dem Studentenleben der Figuren. Inhaltlich spielt sie mit den typischen Stilmitteln des Genres, was in diesem Fall leider auch eine ganze Reihe ausgelutschter Horror-Elemente mit sich bringt: überflutete Badezimmer, mysteriöse Tagebücher, von alleine zufallende Türen und so weiter. Hier hätte ich mir etwas mehr Innovation gewünscht. Auch, dass der Prolog bereits viel über das Ende aussagt, hat mich gestört und dem Roman einiges an Spannung genommen. Dennoch habe ich Angstmädchen gerne gelesen und ich habe mich stellenweise schon ein wenig unwohl gefühlt. Wirklich gegruselt habe ich mich jedoch nicht, dafür habe ich wohl einfach schon zu viele Filme dieser Art gesehen und blutigere Horrorromane gelesen. Es war jedoch eine schöne Erfahrung, eine solche Geschichte, die ich von der Art her bisher nur aus Filmen kannte, einmal zu lesen und mir die gruseligen Momente selbst vorstellen zu müssen.

Da mir buchige Vergleiche in diesem Genre fehlen möchte ich an dieser Stelle anmerken, dass ich Angstmädchen von der Atmosphäre und den Charakteren her als eine Mischung aus den Filmen Ring und Unfriend empfand. Wer diese Filme mochte, wird sicherlich auch mit diesem Buch etwas anfangen können. 

Ich selbst habe es schnell gelesen und noch einige Zeit düber die Figuren nachdedacht, doch insgesamt hat mich der Roman nur mäßig überzeugt. Er ist etwas Nettes für zwischendurch, doch ich denke, dass es in der Welt der Thriller und Horrorromane noch Spannenderes zu entdecken gibt. Ich vergebe daher gute 3 von 5 Wolken und danke dem Bloggerportal und dem Verlag sehr für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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